19. Juni 2020 –

Gebäudekomplex unter Quarantäne

Weitere Testergebnisse nach Corona-Ausbruch in Göttingen erwartet

Göttingen kämpft wieder mit einem größeren Corona-Ausbruch. Um die Infektionskette zu unterbrechen, griff die Stadt durch und stellte einen ganzen Gebäudekomplex unter Quarantäne. Rund 700 Betroffene müssen sich auf eine harte Woche einstellen.

Foto: picture alliance/dpa

Nach einem erneuten Corona-Ausbruch in Göttingen mit rund 100 Infizierten werden am Freitag weitere Testergebnisse erwartet. Etwa 60 Befunde stünden im Zuge der großen Testaktion noch aus, teilte die Stadt mit. Auf Empfehlung des Krisenstabs war der gesamte Gebäudekomplex am Rande der Innenstadt am Donnerstag unter Quarantäne gestellt worden. Knapp 700 Bewohner dürfen die Anlage eine Woche lang nicht verlassen.

Wohnkomplex im Fokus der Behörden

Der betroffene Wohnkomplex gilt als ein sozialer Brennpunkt Göttingens und rückte Ende vergangener Woche in den Fokus der Behörden. Bei einer Routinekontrolle im Krankenhaus war das Virus bei zwei befreundeten jungen Frauen entdeckt worden. Als Reaktion setzte die Stadt ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner ein. Insgesamt wurden knapp 700 Menschen überprüft, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes.

Unterbrechung der Infektionskette durch Quarantäne-Maßnahme erwartet

Da bei etwa 100 Menschen eine Infektion festgestellt wurde, reagierten die Verantwortlichen mit der strikten Quarantäne-Maßnahme. Die Entscheidung sei vor dem Hintergrund des massiven Eingriffs in Grundrechte intensiv abgewogen worden, hieß es von der Stadt. Aufgrund der hohen Zahlen werde die Quarantäne aber als notwendig, angemessen und verhältnismäßig bewertet. Die Infektionskette soll unterbrochen werden.

Alle drei Eingänge des dreiteiligen Wohngebäudes wurden gesperrt und zur Versorgung ein mobiles medizinisches Zentrum eingerichtet. Mit Notfall-Paketen sollen Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs bereitgestellt werden. Für die betroffenen Bewohner aus mehreren Nationen werden die nötigen Infos in mehreren Sprachen erteilt. Erst vor wenigen Wochen hatte eine größere Corona-Infektionswelle in der Stadt zu Schulschließungen und Sportverbot geführt.

(dpa)

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