08. September 2020 –

Rettung in letzter Sekunde

Sexualstraftäter nach Entführungsversuch von Jungen in U-Haft

In letzter Sekunde konnten sich ein Achtjähriger und ein Elfjähriger losreißen, als ein Mann versuchte, sie in sein Auto zu zerren. Der Angreifer hatte vor drei Jahren einen Jungen auf dem Dachboden eines Museums in Einbeck schwer sexuell missbraucht.

Foto: picture alliance / dpa

Weil er versucht hat, zwei acht und elf Jahre alte Jungen in sein Auto zu ziehen, sitzt ein Mann aus Northeim in Untersuchungshaft. Dem bereits wegen Vergewaltigung eines Zehnjährigen verurteilten Sexualstraftäter werden versuchter Menschenraub, versuchte Verschleppung und Nötigung vorgeworfen. Vor dem Haftrichter habe der 36-Jährige die Taten im Wesentlichen eingeräumt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Northeim am Dienstag. Der Mann habe angegeben, er habe den Kindern nichts antun, sondern sie nach kurzer Zeit wieder freilassen wollen. Nach eigener Aussage war es seine Absicht, ins Gefängnis zu kommen. Der Mann stand noch unter Bewährung.

Täter ist bereits vorbestraft

Der Beschuldigte hatte die Jungen unabhängig voneinander am vergangenen Montag und am Freitag in der Nähe einer Grundschule in Northeim angesprochen. Den Elfjährigen fasste er am Arm, doch er konnte sich losreißen. Den jüngeren Jungen zerrte der Mann in den Kofferraum seines Wagens, aus dem der Achtjährige wieder herausspringen konnte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen sagte. Weil eines der Kinder das Auto und den Täter gut beschreiben konnte, wurde der Mann bereits kurz nach dem zweiten Entführungsversuch festgenommen. Er saß in seinem geparkten Auto am Ortsrand von Northeim, dort fiel er einem Streifenwagen auf.

Der Mann hatte im April 2017 einen Zehnjährigen in einem Museum in Einbeck sexuell missbraucht. Dort war er damals als Wachmann angestellt. Er hatte das Kind, das auf der Suche nach einem Fahrsimulator war, auf den Dachboden gelockt. In erster Instanz verurteilte ihn das Amtsgericht Einbeck zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe, das Landgericht Göttingen wandelte die Strafe im September 2018 in eine zweijährige Bewährungsstrafe um. Strafmildernd werteten die Richter das Geständnis des Angeklagten sowie seine Bereitschaft, ein Schmerzensgeld zu zahlen. Das Urteil wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Kindesmissbrauchs ist rechtskräftig.

(dpa)

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