10. November 2021 – Nicklas Just

Forscher der Uni Göttingen:

Immer weniger Vogelgesang in Deutschland

Es wird leiser in Deutschland. Ein Forschungsteam mit Beteiligung Göttinger Forscher hat Vogelklänge aus 25 Jahren ausgewertet. Demnach sinken nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Vielfalt der Vogelstimmen.

Ein Rotkehlchen singt auf einem Ast. In ganz Europa verlieren Vogelgesänge an Intensität und Vielfalt
Ein Rotkehlchen singt auf einem Ast. In ganz Europa verlieren Vogelgesänge an Intensität und Vielfalt, Foto: aundrup - stock.adobe.com

Die natürlichen Klanglandschaften scheinen in Deutschland und ganz Europa abzunehmen. Das hat eine Untersuchung von Professor Johannes Kamp von der Universität Göttingen ergeben. Der Naturschutzbiologe hat mit seinem Team Klanglandschaften aus ganz Europa ausgewertet. Mithilfe von Tonaufnahmen aus Vogelmonitoring-Programmen der vergangenen 25 Jahre konnten die Forschenden beobachten, dass Vogelgesänge immer leiser werden und auch an Vielfalt einbüßen müssen. Die Aufnahmen stammen hauptsächlich von Bürgerinnen und Bürgern, die den Vogelgesang vor ihrer eigenen Haustür dokumentiert haben.

Die Ursache für diesen Rückgang sieht das Team um Kamp unter anderem im Klimawandel, der die Lebensräume und -umstände von Vögeln massiv beeinflusst. Aus der Langzeituntersuchung erkennt der Naturschutzbiologe: "In Deutschland haben wir zum Beispiel große Populationen von Arten mit charakteristischen Stimmen verloren, zum Beispiel Feldlerche und Kiebitz. Das sind Klänge, die das Erleben des Frühlings in der Landschaft ausmachen. Vor allem die Agrarlandschaften sind viel ruhiger geworden." Letzteres liegt Kamp zufolge an der modernen Landwirtschaft und der veränderten Landnutzung, die damit einhergeht.

Wie ihr den Vögeln in eurem Garten helfen könnt, lest ihr hier.

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