15. Oktober 2020 – Maximilian Wilsmann

Landkreis Northeim steht vor Einschränkungen

Corona-Ausbruch in Bad Gandersheim - Glaubenszentrum betroffen

Weitere Regionen des Landes kämpfen mit hohen Corona-Fallzahlen und reißen einen wichtigen Grenzwert. In Südniedersachsen ist ein Glaubenszentrum betroffen. Die Behörden dort schränken das soziale Leben daher vorerst ein.

Foto: picture alliance/dpa

Bei Untersuchungen zu einem Corona-Ausbruch im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sind am Donnerstag 70 weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Northeim wurden damit alle Personen aus dem Glaubenszentrum getestet. Von 252 getesteten Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitern wurde damit bei 123 eine Corona-Infektion festgestellt. Im Landkreis Northeim wird der Corona-Richtwert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche laut der Mitteilung überschritten. Er liege derzeit bei 52,7.

Die Behörden reagierten auf den überschrittenen Sieben-Tage-Wert mit Einschränkungen. Im Landkreis Northeim sind laut Verfügung private Zusammenkünfte und Feiern nur noch mit höchstens zehn Personen zulässig, wenn das Abstandsgebot eingehalten wird. Zur Eindämmung seien außerdem Einschränkungen auf das soziale Leben auf dem Gebiet der Stadt Bad Gandersheim verfügt worden, hieß es weiter. So sind etwa Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum auf sechs Personen begrenzt.

Weitere Regionen nähern sich der 50er-Inzidenz

Seit Mittwoch liegen mit den Landkreisen Osnabrück und Oldenburg zudem zwei weitere Regionen in Niedersachsen in der Nähe des Corona-Richtwerts von 50 Infektionen. Dieser Richtwert ist in der Landesverordnung als Kriterium für neue Einschränkungen vorgesehen, außerdem werden bei Überschreiten touristische Reisen in einige Bundesländer erschwert.

Der Landkreis Osnabrück gab seinen Sieben-Tage-Wert mit 52,2 an. Das Gesundheitsministerium in Hannover wies zwar lediglich einen Wert von 46,1 aus. Das liege aber daran, dass das Ministerium die Daten verzögert erhalte, erklärte ein Sprecher des Kreises.

Für den Kreis Oldenburg wies das Land den Wert 50,4 aus. Der Kreis selbst gab den Wert am Mittwochnachmittag mit 45,8 an - diese Angabe beruhe auf aktuelleren Daten als die des Landes und sei auch maßgeblich für die Einstufung als Risikogebiet.

Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus nötig

Bei einem Wert von mehr als 50 gelten strengere Regeln für private Treffen: Zu Hause sind nur noch bis zu zehn Teilnehmer erlaubt, in öffentlichen Räumen wie Restaurants bis zu 25 Personen. Im Landkreis Osnabrück treten diese Vorgaben am Donnerstag in Kraft. Weitere Einschränkungen seien dort nicht geplant, weil die Infektionsherde klar nachzuverfolgen seien, hieß es. Insbesondere in einem Altenheim in Bad Essen war es zu einem größeren Ausbruch gekommen.

Im Landkreis Oldenburg haben sich zu einem Großteil Beschäftigte aus der Fleischindustrie angesteckt. Allerdings tragen auch schwer kontrollierbare Einzelfälle erheblich zur Ausbreitung des Virus bei, wie der Kreis am Dienstag mitgeteilt hatte.

Nach Angaben des Landes liegen weiterhin auch die Landkreise Cloppenburg (114,8), Emsland (63,9), Grafschaft Bentheim (84,6), Vechta (67,9) und Wesermarsch (50,8) sowie die Stadt Delmenhorst (103,1) über der 50er-Marke. In Bremen gab der Senat den sogenannten Inzidenz-Wert für die Stadt mit 79,8 an.

(dpa)

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