Prozess wegen Arbeitsgehalt

200 000 Euro zu viel Gehalt bekommen - Putzfrau muss vor Gericht

Eine Putzfrau findet eines Tages eine Viertelmillion Euro auf ihrem Konto - der Arbeitgeber hat sich vertan und ihr zu viel Geld überwiesen. Die Rückzahlung verzögert sie immer wieder und fordert finanzielle Gegenleistungen. Ob sie dafür strafrechtlich wegen versuchter Erpressung belangt werden kann, soll ein Gericht klären.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Osnabrück (dpa/lni) - Wegen versuchter Erpressung bei der Rückzahlung von mehr als 200 000 Euro zu viel gezahlten Arbeitslohnes muss sich eine Putzfrau am Donnerstag am Landgericht Osnabrück verantworten. Der Arbeitgeber hatte der 27-Jährigen versehentlich mehr als 225 000 Euro überwiesen. Die Rückzahlung soll die als geringfügig Beschäftigte arbeitende Reinigungskraft immer wieder verzögert und von erheblichen finanziellen Gegenleistungen abhängig gemacht haben. Am Arbeitsgericht habe sie der Rückzahlung zugestimmt, soll aber zu diesem Zeitpunkt bereits rund 100 000 Euro beiseite geschafft haben. Das Amtsgericht wertete das Verhalten der 27-Jährigen als versuchte Erpressung und verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufungsverhandlung am Donnerstag (9.15 Uhr).

(dpa)