Einbrecher packt aus

Mit diesen Tricks arbeiten Einbrecher

Er heißt Jürgen und kommt aus Hildesheim. Jahrelang ist er in Häuser eingestiegen. Im Antenne Niedersachsen Interview verrät Jürgen, mit welchen Tricks er damals "gearbeitet" hat.


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(Fotos: dpa / privat / Antenne Niedersachsen)

Laut aktueller Kriminalstatistik gibt es bei uns in Niedersachsen durchschnittlich 45 Einbrüche pro Tag. Teils sind die Leute einfach zu sorglos, teils verschaffen sich Einbrecher trotz Präventionsmaßnahmen Zutritt ins Haus oder in die Wohnung. Wie genau das klappt, erzählt jetzt Jürgen aus Hildesheim - ehemaliger Einbrecher-Profi.

Jürgens Foto haben wir unkenntlich gemacht. Mittlerweile verdient er auf ehrliche Weise sein Geld. Jürgens Kollegen wissen nichts von seiner Verbrecherkarriere. Die endete übrigens im Knast. Vier Jahre saß er im Gefängnis. Ihm und seinen Komplizen sollten 200 Einbrüche zu Last gelegt werden, für 20 wurden sie letztendlich verurteilt.

Jetzt führt Jürgen ein geregeltes Leben. Er hat Frau und Kind und arbeitet bei einer Firma für Tor- und Schließanlagen. Hier nutzt er sein Wissen jetzt, um die Tore sicherer zu machen.

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(Fotos: dpa / privat / Antenne Niedersachsen)

Das waren Jürgens Einbrecher-Tricks

  • Zum Auskundschaften nutzte er ein handelsübliches Richtmikrofon, um an Informationen zu kommen.
  • Auch auf Kleidung hat Jürgen geachtet. Wer Anzug trägt, der ist gefährdeter für Einbrüche, da bei ihm wahrscheinlich mehr zu holen ist.
  • Fenster einschlagen ist nicht nötig. Es gibt dafür eine Druckplatte, die man einhängt. Nach kurzem Knall ist das Fenster auf.
  • Auch bei Feuerwehr und THW ist er eingestiegen, um sich Werkzeuge für den nächsten Einbruch zu besorgen.
  • Über Versicherungen erfuhr er, was versichert wurde und wo sich ein Einbruch somit lohnt.
  • Ebenfalls gab es bei den Versicherungen Infos darüber, welche Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben wurden. Welche Alarmanlage, welcher Tresortyp, etc.

Einen Partner bei den Versicherungen gab es übrigens nicht. Da Jürgen Einbrecher war, ist er einfach dort eingebrochen und hat einen Zwischenspeicher installiert, um an alle relevanten Daten zu kommen. Als das bekannt wurde, haben die Versicherungen reagiert. Jetzt kann nur noch zu Arbeitszeiten auf den Server zugegriffen werden.

Wie kann man sich schützen?

Laut Jürgen gibt es keinen kompletten Schutz. Man kann es Einbrechern aber schwer machen.

Jürgens Tipps, sich zu schützen

  • Sicherheitsschlösser in die Eingangstür bauen, so dass ein Einbrecher bohren oder fräsen müsste.
  • Allgemein solltet man sein Haus oder seine Wohnung so schützen, dass Einbrecher Werkzeug brauchen, das laut ist. Denn Lärm wollen sie vermeiden.
  • Als Einbrecher würde Jürgen eine Kamera zuerst abknipsen. Ihr solltet eine zweite, versteckte installieren. Der Einbrecher denkt, er hat das Problem eliminiert und wird dennoch gefilmt.
  • Schranktresore mit normalem Bartschlüssel sollte man nicht nutzen. Sicherer sind Tresore mit elektronischem Schloss oder diese alten mit sogenannten Drehkronen (kennt ihr sicher aus Filmen, wo man die Zahl nach rechts und links drehen muss). Um diese Tresore zu öffnen, braucht man Spezialwerkzeug, das man nur über einen Gewerbeschein bekommt.

Der beste Schutz sind laut Jürgen übrigens aufmerksame Nachbarn. Wenn Einbrecher fürchten, gesehen zu werden, brechen sie auch nicht ein.

Wir haben auch die Polizei besucht.
Hier findet ihr weitere Tipps zum Schutz vor Einbrechern.