Entwarnung

Polizei fasst aus Sicherungsverwahrung geflohenen Mann

Beim Besuch seines Vaters gelingt einem Sicherungsverwahrten die Flucht. Die Fahnder schnappen ihnen einen Tag später. Das Justizministerium sieht keinen Anlass für strengere Regeln.


Fahndung nach Gewalttäter.jpg
 (Foto: picture alliance / Polizei Götti)

Einen Tag nach der Flucht eines Sicherungsverwahrten haben Fahnder diesen in Göttingen gefasst. Sie nahmen den 49-Jährigen am Dienstag in einem Wohnblock in Göttingen fest. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet, teilte die Polizei mit. Der als gefährlich eingestufte Mann war am Montag während eines begleiteten Freigangs in Duderstadt geflohen. Ein anderer Straftäter war ebenfalls am Montag in Winsen (Kreis Harburg) beim Besuch eines Facharztes entwischt. Die Polizei stellte ihn kurze Zeit später.

"Ein Sicherungsverwahrter hat einen gesetzlichen Anspruch auf Ausführungen"

Dass zwei Straftäter an selbem Tag in Niedersachsen bei einem Ausgang geflohen sind, bezeichnet das Justizministerium als Zufall. Dies komme sehr selten vor, sagte Sprecherin Marika Tödt. "Ein Sicherungsverwahrter hat einen gesetzlichen Anspruch auf Ausführungen". Aus diesem Grund gebe es viele dieser Ausgänge. Allein in 2016 habe es knapp 18 000 Ausführungen von Häftlingen und Sicherungsverwahrten gegeben, dabei sei lediglich einer entwichen.

Regeln für Sicherungsverwahrte 2015 verschärft

Niedersachsen hatte im April 2015 nach zwei Zwischenfällen die Regeln für Sicherungsverwahrte verschärft. Im Mai 2015 war ein Mann bei einem Freigang nicht in die JVA Lingen zurückgekehrt und hatte eine 13-Jährige missbraucht. Fünf Monate später gelang einem Sicherungsverwahrten beim Volksfest zum Tag der Deutschen Einheit in Hannover die Flucht.