Braunschweig

Plädoyers im Prozess gegen ehemaligen Polizeichef erwartet

Ein Stalking-Verfahren gegen den früheren Chef der Wolfsburger Polizei wurde eingestellt. Jetzt steht ein Urteil wegen mutmaßlicher Bestechlichkeit bevor. Endet damit die Wolfsburger Polizeiaffäre?


Prozess gegen Polizeichef_ergebnis.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Gab es ein unmoralisches Angebot für einen Job bei der Wolfsburger Polizei? Im Prozess wegen des Tatvorwurfs der Bestechlichkeit gegen den früheren Leiter der Polizei Wolfsburg, Hans-Ulrich Podehl, werden am Mittwoch die Plädoyers erwartet. Im Anschluss ist nach Angaben des Landgerichts Braunschweig auch ein Urteil möglich. Die Staatsanwaltschaft wirft Podehl vor, 2012 einer Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes (LKA) eine Stelle angeboten zu haben, wenn sie sich dafür erkenntlich zeige.

Der 63 Jahre alte Podehl wies die Anschuldigung zurück und bezeichnete den Vorwurf in dem Verfahren als absurd. Die 56-Jährige, die Hauptbelastungszeugin in dem Verfahren ist, bekräftigte hingegen ihren Vorwurf. Das Interesse am Verfahren war zu Beginn so groß, dass der Gerichtssaal wegen Überfüllung geschlossen wurde.

Fall beschäftigte auch Innenministerium und Landtag

Im Oktober 2012 hatte es ein dienstliches Interview zwischen der Frau und Podehl gegeben. Danach soll er die Mitarbeiterin laut Anklage gefragt haben, ob sie sich vorstellen könne, in seine Inspektion zu wechseln. Anschließend soll er nach sexuellen Handlungen gefragt und diese in Bezug zu einem möglichen Job gesetzt haben.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Polizeichef war im Herbst 2016 eingeleitet worden, kurz nachdem die Staatsanwaltschaft ein anderes Verfahren wegen Stalking-Vorwürfen gegen ihn eingestellt hatte. Die Affäre schlug damals Wellen bis ins Innenministerium nach Hannover, auch der Landtag beschäftigte sich mit dem Fall.

(dpa)