Personalmangel

Personalnot: Manche Kitas sogar zur Schließung gezwungen

In vielen Kitas fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Mitunter ist die Not so groß, dass Einrichtungen die Betreuungszeiten herunterfahren oder tageweise schließen müssen - extrem schwierig für berufstätige Eltern.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der Personalmangel in Kindertagesstätten ist in Niedersachsen mitunter so groß, dass Einrichtungen die Betreuungszeiten kürzen oder tageweise schließen. In der Kleinstadt Achim nahe Bremen hatte eine städtische Einrichtung im vergangenen Jahr solche Personalnot, dass eine Kita-Gruppe für mehrere Monate nur bis 14 Uhr anstatt wie geplant bis 16 Uhr geöffnet war. Zusätzlich gab es Schließungstage, wie die Kita-Leiterin Hannelore Lankenau berichtete. Die Brisanz der Lage zeigen die Zahlen der Stadt zum Kita-Jahr 2017/2018: An 78 Tagen musste die Kita mit mehreren Gruppen das Betreuungsangebot reduzieren oder schließen. "Wir wissen, wie schwer das für Eltern ist", sagt Wiltrud Ysker, die in Achim für den Fachbereich Bildung zuständig ist.

Mit dem Problem ist Achim nicht allein. Bundesweit fehlen Erzieherinnen und Erzieher. "Die Lage ist dramatisch schlecht", sagt Björn Köhler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Eigentlich bräuchten wir 100.000 Leute sofort, um vernünftig zu arbeiten." Das Bundesfamilienministerium hat die Not erkannt und ein Förderprogramm angekündigt: Ministerin Franziska Giffey (SPD) will die Länder von Sommer 2019 an bis 2022 mit rund 300 Millionen Euro unterstützen und damit mehr Kita-Fachkräfte gewinnen. "Vor allem in städtischen Ballungsräumen sind teilweise gravierende Engpässe zu verzeichnen", sagt eine Ministeriumssprecherin.

(dpa)