Niedersachsen Originale

Jan Brütt - Mit der Postkutsche durchs Watt

Mit der Kutsche vom Festland zur Insel: Das ist bei Niedrigwasser nur zwischen Cuxhaven und Neuwerk möglich. Jan Brütt ist Wattwagenführer und fährt die Strecke seit über 40 Jahren.


Damit setzt er eine lange Familientradition fort. Sein Ururgroßvater Christian spannte 1885 erstmals zwei Pferde vor einen Ackerwagen, um Post und später auch Urlauber zu befördern. Inzwischen bringen Jan Brütt und seine Mitarbeiter im Sommer im Konvoi Touristen zur Insel und zurück. Von Mitte Oktober bis Mitte April befördert der Kutscher auch den Postboten sowie Briefe und Pakete für die rund 30 Insulaner.

Rund eineinhalb Stunden dauert eine Strecke. Manchmal muss Brütt unerfahrene Wattwanderer auflesen, die bei einsetzender Flut nicht mehr über einen Priel kommen und vom Festland abgeschnitten sind. «Das passiert regelmäßig», sagt der 56-Jährige. Auch sein Vater hatte mal ein Problem: Er fuhr in den 1970er Jahren seinen Wagen in einem Schlickloch fest. «Er musste den Wagen zurücklassen und mit den Pferden allein an Land kommen.» Heute müsste man das Vehikel nicht mehr opfern. Per Mobiltelefon könnte rechtzeitig ein Trecker kommen und den Wagen befreien.