Wo ist Stillen erlaubt?

Nina Bott: Beim Stillen des Sohnes aus Café geworfen

Schauspielerin Nina Bott musste nach eigenen Angaben ein Café verlassen, weil sie ihren Sohn gestillt hat. Ist das rechtens? Hier erfahrt ihr, wo Mütter problemlos Stillen dürfen - und wo nicht.


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 (Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

Die Schauspielerin und Moderatorin Nina Bott ist nach eigener Aussage aus einem Hamburger Café geworfen worden, weil sie ihren Sohn gestillt hat. Sie habe sich hingesetzt und diskret ihre Brust ausgepackt, um ihren vier Monate alten Sohn zu stillen, sagte sie am Montag dem Fernsehsender RTL. Dann sei ein Angestellter gekommen und habe gesagt, dass das nicht gehe und sie sofort gehen müsse.

Es sei nicht mehr möglich gewesen, ihren Sohn austrinken zu lassen, sagte die dreifache Mutter. Schließlich habe Bott draußen im Stehen weiterstillen müssen, bis ihr jemand von einem Friseur gegenüber einen Stuhl gebracht habe, erzählte die 41-Jährige. "Ich fühle mich so richtig ausgestoßen."

RTL zufolge sprach der Café-Betreiber von einem Missverständnis. Er habe gedacht, Bott wolle nichts mehr bestellen. Bott wurde durch die Daily Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bekannt und moderiert das Magazin "Prominent" für den Sender Vox.

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Die Rechtslage in Deutschland

In Deutschland ist das Stillen in der Öffentlichkeit nicht explizit geregelt, also weder ausdrücklich verboten, noch ausdrücklich erlaubt. Das Stillen von Säuglingen in der Öffentlichkeit ist also grundsätzlich zulässig. (Hinweis: Da das Stillen weder unter den Tatbestand der Ordnungswidrigkeiten fällt noch unter den Tatbestand der Straftaten, kann laut Bundestag "gegen das Stillen von Säuglingen in der Öffentlichkeit auch nicht unter Berufung auf das Polizei- und Ordnungsrecht vorgegangen werden.")

Anders sieht es tatsächlich in Gaststätten aus. Da sich die stillende Mutter in einer Gaststätte nicht mehr im öffentlichen Raum befindet, sondern in den Räumlichkeiten des Gastwirts, gilt hier das Hausrecht des Gastwirts.

Gastwirt erlaubt das Stillen

Sofern der Gastwirt als Inhaber des Hausrechts das Stillen der Mutter in seinen Räumlichkeiten nicht beanstandet, kann ohne Probleme gestillt werden. Andere Gäste, die sich dann durch das Stillen eventuell gestört fühlen, haben keinerlei Anspruch darauf, der Mutter das Stillen zu verbieten.

Gastwirt lehnt das Stillen ab

Wenn der Gastwirt das Stillen in seinen Räumlichkeiten ablehnt, hat er als Inhaber des Hausrechts die Möglichkeit, die stillende Mutter darauf hinzuweisen und sein Hausrecht auszuüben, ihr also auch Hausverbot zu erteilen. Das ist möglich, wenn es noch zu keiner Bewirtung zwischen Gastwirt und stillender Mutter gekommen ist. Hat die Mutter allerdings bereits etwas bestellt, ist ein Hausverbot aufgrund des Stillens nur noch unter besonders gewichtigen Gründen erlaubt.

(mit Material der dpa)