Trend zur Ehe

Niedersachsen heiraten häufiger

Zusammenleben ohne Trauschein war gestern - Heiraten liegt bei den Paaren in Niedersachsen im Trend. Viele machen aus der Eheschließung ein Event und suchen dafür ungewöhnliche Orte aus. Die Bremer sind im Durchschnitt weniger heiratsfreudig.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

In Niedersachsen geben sich immer mehr Paare das Jawort. Landesweit wurden im Jahr 2017 genau 41.601 Ehen geschlossen. Dies seien 317 oder 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet das Landesamt für Statistik (LSN). Im Fünf-Jahres-Vergleich, der im "Niedersachsen-Monitor" 2018 veröffentlicht wurde, ist die Zahl der Hochzeiten sogar um mehr als 2600 gestiegen.

Es könne eine Vielzahl gesellschaftlicher und persönlicher Faktoren geben, die zu dieser Entwicklung geführt haben, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover. Eine wissenschaftliche Untersuchung, die helfen könnte, die statistischen Daten zu interpretieren, liege allerdings nicht vor.

Unabhängig davon sind Frauen und Männer in Niedersachsen auch im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich heiratsfreudig. Umgerechnet auf 10.000 Einwohner gab es 52,2 Eheschließungen. Deutschlandweit liegt dieser Wert bei 49,3.

Auf der Messe "Hochzeitstage" in Hannover können Brautpaare an diesem Wochenende (5./6.1.) unter anderem nach Ringen und dem passenden Outfit stöbern. "Im Allgemeinen wird mehr Geld für Hochzeiten ausgegeben, der Trend geht dazu eine Art Event aus der Hochzeit zu machen", sagte Madeline Metzler vom Veranstalter der Hochzeitstage, AVR GmbH. "Daher werden auch immer spektakulärere Locations gesucht sowie jede Hochzeit noch individueller", meinte Metzler.

Im Norden gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an ungewöhnlichen Orten zu heiraten. In Ostfriesland ist zum Beispiel der gelb-rot gestreifte Pilsumer Leuchtturm - bekannt durch einen Film des Komikers Otto Waalkes - eine beliebte Location. Trauungen sind aber auch in Schlössern wie der Marienburg südlich von Hannover, in Scheunen oder sogar auf Schiffen möglich. Auf dem Feuerschiff "Elbe 1" in Cuxhaven zum Beispiel schließen nach Angaben der Verwaltung Paare aus ganz Deutschland den Bund fürs Leben.

Die in Relation meisten Trauungen gab es 2017 in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden 70,8 Eheschließungen je 10.000 Einwohner registriert. Die im Vergleich wenigsten Hochzeiten gab es in Hamburg (31,5 je 10.000). Auch in Bremen zeigte sich die Bevölkerung unterdurchschnittlich heiratsfreudig. Die Quote lag dort bei 40,4.

Anders als die Zahl der Hochzeiten ging die Zahl der Scheidungen in Niedersachsen weiter zurück. Im Jahr 2017 wurden 15.986 Ehen geschieden. Das waren 1134 oder 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Fünf-Jahres-Vergleich sank die Zahl sogar um 1820. Es sei erfreulich, dass es im Land mehr Eheschließungen und weniger Scheidungen gebe, sagte dazu die Ministeriumssprecherin.

(dpa)