Kurort finden leicht gemacht

Kurorte in Niedersachsen wollen kundenfreundliche Internetplattform

Niedersachsen hat 43 Kur- und Heilbäder. Sie stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern mit Kurorten bundesweit. Weil etwa Bayern eine bessere Service-Plattform für Verbraucher im Internet hat, befürchten die Kurorte in Niedersachsen Nachteile.


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07.11.2019, Niedersachsen, Bad Zwischenahn: Norbert Hemken, Geschäftsführer und Kurdirektor von Bad Zwischenahn, ist zugleich Vorsitzender des Heilbäderverbandes Niedersachsen.  (Foto: picture alliance/dpa)

Cuxhaven (dpa/lni) - Nach dem Willen der Kur- und Heilbäder in Niedersachsen sollen Verbraucher künftig einfacher als bisher den passenden Kurort für sich finden. "Wir wünschen uns eine gesundheitstouristische Internet-Plattform, auf der alle Angebote in Niedersachsen zusammengefasst sind", sagte der Vorsitzende des Heilbäderverbandes Niedersachsen, Norbert Hemken, vor Beginn des 6. Bädertags in Cuxhaven am Donnerstag. Patienten könnten dort ihre Beschwerden wie "Rückenschmerzen" oder das gewünschte Heilverfahren wie "Moor" eingeben - und auf einer Landkarte könnten anschließend die passenden Bäder angezeigt werden.

Vorbild sei der "Gesundheitsfinder" in Bayern. "Dass Niedersachsen solch eine Plattform nicht hat, ist ein Wettbewerbsnachteil", betonte Hemken. Für die Einrichtung einer solchen Seite bedürfe es aber Geld, die Kur- und Heilbäder seien dabei auf Fördermittel vom Land Niedersachsen angewiesen. Hemken hofft auf eine baldige Entscheidung. Nach Angaben des Verbandes hat jeder Versicherte grundsätzlich ein Anrecht darauf, seinen Kurort selbst auszuwählen.

Kurorte in Niedersachsen

Niedersachsen hat nach Angaben des Wirtschaftsministeriums über 40 staatlich anerkannte Heilbäder, Kurorte und Nordseebäder. Zu den bekanntesten zählen Bad Zwischenahn und Bad Pyrmont. "Sie haben eine hohe touristische Bedeutung für Niedersachsen", sagte Hemken.

Doch nicht für jeden Ort rechnen sich die mit den Prädikaten verbundenen Investitionen: Das niedersächsische Wirtschaftsministerium hatte vor vier Jahren Bad Fallingbostel die Titel Kneipp-Heilbad und Luftkurort entzogen. Zuvor hatte der Stadtrat beschlossen, in den Kurbereich kein weiteres Geld zu stecken.

Die Kurorte bieten auch gesundheitsfördernde Angebote für Selbstzahler an. Und Prädikate wie "staatlich anerkannter Kurort" haben einen großen wirtschaftlichen Effekt: 32 Prozent des Umsatzes im Tourismus in Niedersachsen gehen nach Angaben des Verbandes auf die Kur- und Heilbäder zurück. Das Wirtschaftsministerium überprüft regelmäßig die Einhaltung der mit den Prädikaten verbundenen Vorgaben.

Der Heilbäderverband Niedersachsen strebt neben Prädikaten wie "Kneipp-Heilbad" oder "Nordseeheilbad" ein weiteres mit dem Arbeitstitel "Thalasso-Heilbad" an. Es könnte von Orten geführt werden, die Meerwasser als Heilmittel anbieten. Es sei aber nicht zu erwarten, dass der Titel vor 2022 vergeben werde, sagte Hemken.

(dpa)