Harz

Nationalpark: Borkenkäfer fördert natürliche Waldentwicklung

Abgestorbene Fichten so weit das Auge reicht: Dieser Anblick ist gewöhnungsbedürftig. Doch der Nationalpark Harz sieht die Dinge auch positiv.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der von Förstern gefürchtete Borkenkäfer beschleunigt nach Einschätzung der Nationalparkverwaltung im Harz den Wandel von Fichtenmonokulturen zu artenreichen Mischwäldern. Der Anblick der sterbenden Fichten löse zwar Besorgnis aus, sagte ein Sprecher. Der Wald sei aber keineswegs tot. Auch wenn überall abgestorbene Bäume zu sehen seien, sei der Wald so lebendig und dynamisch wie selten zuvor. Die Vorsitzenden der bei größten deutschen Naturschutzverbände BUND und NABU, Hubert Weiger und Olaf Tschimpke, wollen sich am Montag persönlich im Bereich des Berges Achtermann nahe Königskrug ein Bild von der Situation machen.

Der Borkenkäfer breitet sich in diesem Sommer im Nationalpark Harz besonders stark aus. Denn viele Fichten sind durch Stürme und die anhaltende Trockenheit im vergangenen Sommer geschwächt. Die Nationalparkverwaltung lässt die befallenen Bäume aber nur in einer 500 Meter breiten Pufferzone zu den angrenzenden Wirtschaftswäldern wegräumen, um eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern.

Unabhängig davon sind derzeit auch weite Teile der von den Landesforsten bewirtschafteten Wälder befallen. Der Präsident des landeseigenen Unternehmens, Klaus Merker, hatte jüngst erklärt, die Landesforsten befänden sich wegen des Borkenkäfers im Krisenmodus.

(dpa)