Emden

Museum in Emden erwägt Schau über Moorleiche und Eiszeit-Mumie

Moorleiche aus Ostfriesland trifft Eiszeit-Mumie: Das Ostfriesische Landesmuseum Emden könnte sich ein solches Projekt vorstellen. Die Besucher müssten sich allerdings mit einer Replik begnügen, denn die 5200 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi wird nicht auf Reisen gehen.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Seit drei Jahren hat die Moorleiche Bernie im Ostfriesischen Landesmuseum Emden einen eigenen Ausstellungsbereich. Nun denkt das Museum über eine erweiterte Schau mit der Eiszeit-Mumie Ötzi nach. "Es gibt eine Wanderausstellung zum Ötzi-Projekt. Wir wären an dieser interessiert", sagte Direktor Wolfgang Jahn. "Natürlich geht es auch hier nur um die entsprechenden Repliken." Die Mumie werde niemals ihren Ausstellungsort verlassen können. Die mehr als 5200 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi wird seit 1998 in Bozen in Südtirol ausgestellt.

Eine Schau, die neben der Moorleiche auch die Eiszeit-Mumie Ötzi beleuchtet, ist dem Museumsdirektor zufolge nur in Emden möglich. "Der Fundkomplex "Mann von Bernuthsfeld" kann zurzeit nicht auf Reisen gehen", sagte Jahn. Als Grund nannte er, dass viele Objekte aus der entsprechenden Epoche, die zur Bernie-Schau gehören, nur geliehen sind.

Moorleiche Bernie sorgt nicht für großen Ansturm

Anders als Ötzi, der sich für das Museum und die gesamte Region Südtirol als Besuchermagnet herausgestellt hat, brachte die Moorleiche Bernie dem Ostfriesischen Landesmuseum keinen Ansturm. "Die Besucherzahlen sind generell nicht signifikant gestiegen", sagte Museumsdirektor Jahn. Als Zugpferd habe sich die Ausstellung nicht erwiesen. "Leider haben wir in diesem Projekt noch Luft nach oben."

Der nach seinem Fundort bei Aurich benannte "Mann vom Bernuthsfeld" (Spitzname Bernie) wird seit Ende Juli 2016 in einem eigenen Ausstellungsbereich gezeigt. Im Jahr 1907 hatten zwei Arbeiter das Skelett aus dem frühen Mittelalter beim Torfstechen entdeckt. Dem Museum zufolge ist Bernie die einzige noch erhaltene Moorleiche Ostfrieslands.

Seit 2011 wurde der Fund wissenschaftlich untersucht und präpariert. Die Moorleiche hat nun eine Geschichte, über die die Ausstellung informiert. Archäologische Funde aus der Region sollen einen Eindruck aus der Zeit vermitteln, in der Bernie lebte.

(dpa)