Abiturprüfung

Mit Megafon und Spickzettel zum Abitur

Einst saß Antenne Niedersachsen Spaßreporter Daniel Düsenflüß selbst dort, wo heute viele Schüler in Niedersachsen sitzen: in der Geschichts-Abiturprüfung. Um den Prüflingen zu helfen, hat er sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit Megafon und reichlich Merksprüchen liefert Daniel Düsenflüß den Schülern mehrere verbale Spickzettel.


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Vor vielen Jahren musste auch ich damals an meinem Gymnasium durch diese schwere Prüfung: das Geschichts-Abitur! Insofern ist das heute für mich kein normaler Termin. Es ist eine Mission!

Mit einer Hand hänge ich am grün-roten Klettergerüst auf dem Pausenhof der Ricarda-Huch-Schule in Hannover. Hinter den riesigen Fenstern des beigen Schulgebäudes erkenne ich noch die Silhouetten der Schüler, die konzentriert Richtung Klassenraum traben. Noch sieben Minuten bis zum Beginn der ersten Stunde. Der ideale Zeitpunkt für den "verbalen Spickzettel". Ich stelle das Megafon auf volle Pulle und lege los!

Merksprüche für das Abitur

"7-5-3, Rom schlüpft aus dem Ei!"
"Nach 45 gab's zwei Staaten, die sich 90 wieder zusammentaten!"
"Sechzehnhundert, eins und acht - der Dreißigjährige Krieg erwacht!"

Es sind meine letzten Hilfsmaßnahmen für die Abiturienten in Niedersachsen, die heute ihr Geschichts-Abitur schreiben. Einfache Merksätze, damit keiner in den nächsten Stunden durcheinanderkommt.

"Armin schlug den Varus richtig - 9 nach Christus, das ist wichtig."
"Acht vor fünfzehnhundert - Kolumbus wird bewundert."

Daniel Düsenflüß vor der Ricarda-Huch-Schule

Grinsend kommt Schulleiter Dieter Wignanek auf mich zu. "Ich musste erstmal hören, was Sie da rufen. Aber das ist okay", lacht er. Also geht es für mich weiter:

"Bismarck hat ganz unverdrossen 1871 das Deutsche Reich beschlossen."
"Drei, sieben, fünf – die Völker machen sich auf die Strümpf'."

"Jeder Merksatz vor dem Schulgong kann einen Abiturienten retten!"

"Ich glaube, das hilft den Schülern. Wenn sie so eine kleine Aufmunterung bekommen und an geschichtliche Daten erinnert werden, ist das gut", meint Schulleiter Wignanek weiter.

Ich weiß: Jeder Merksatz Sekunden vor dem Schulgong kann einen Abiturienten retten! Damals – kurz vor meiner sechsstündigen Geschichtsklausur – war ich so fertig, dass ich auf die Frage "Wie geht es dir?" geantwortet habe: "Der Dreißigjährige Krieg ging von 1939 bis 1945." So soll es der heutigen Generation nicht ergehen. Dafür sorge ich!