Drohne im Einsatz

Mit der Drohne im Einsatz: Polizei bewertet Test positiv

Sei es die Suche nach Menschen oder die Frage, wie sehr sich ein Großbrand ausgebreitet hat - Drohnen können helfen. Feuerwehren nutzen die Fluggeräte immer häufiger. Die niedersächsische Polizei testet noch.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Polizei und Feuerwehr in Niedersachsen greifen bei ihrer Arbeit zunehmend auf Drohnen zurück. Die Drohneneinheit der Cloppenburger Feuerwehr sei bis Juli mit 25 Einsätzen bereits fast so häufig ausgerückt wie im gesamten Vorjahr, teilte der Zugführer der zuständigen Einheit, Markus Hedemann, mit. Auch Rettungskräfte in anderen Landkreisen nutzten zunehmend Drohnen. Die niedersächsische Polizei hatte im März im Landkreis Harburg ein Drohnenprojekt gestartet, um über mögliche Neuanschaffungen zu entscheiden. "Erste Erfahrungen sind durchaus positiv", sagte der Harburger Polizeisprecher Jan Krüger.

Zum Einsatz kommen die "unbemannten Flugobjekte" unter anderem bei der Suche nach Personen. Vor der Entschärfung einer Granate in Alvesen im Landkreis Harburg Ende Juni entdeckte die Polizei per Drohne, dass sich Menschen in der Gefahrenzone aufhielten. "Für solche Bilder muss sonst möglicherweise ein Hubschrauber angefordert werden. Das ist natürlich mit viel mehr Aufwand verbunden und ein ganz anderer Zeit- und Kostenfaktor", sagte Krüger.

Drohnen können im Einsatz äußerst hilfreich sein

Auch zur Lageerkundung bei größeren Bränden können Drohnen hilfreich sein. "Gerade bei größeren Gebäuden oder Industrieanlagen ist wichtig: Wo sind Zufahrtswege, wie ist die Ausbreitung des Brandes", erklärte Feuerwehrmann Hedemann. Mittels Wärmebildkamera könne überprüft werden, ob nach dem Löschen des Brandes noch Glutnester übrig geblieben sind.

Nach Hedemanns Erfahrungen nutzen immer mehr Feuerwehren die Vorteile von Drohnen. Unter anderem in den Landkreisen Oldenburg, Vechta, Wesermarsch oder Ammerland seien Drohneneinheiten im Aufbau oder schon im Einsatz. "Die Zahlen werden weiter zunehmen, auch weil Drohnen immer günstiger werden", sagte Hedemann. Je nach Ausstattung gebe es gute Exemplare für 2000 bis 5000 Euro, was auch den kleineren Feuerwehren eine Anschaffung ermögliche.

Über Neuanschaffungen bei der Polizei soll nach Ende des Projektes im Landkreis Harburg im August entschieden werden. Zusammen mit der Drohne am Standort Hannover kamen die niedersächsischen Polizeidrohnen in diesem Jahr auf 50 Einsätze, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Im Rahmen seiner Sommerreise besucht Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag die Drohneneinheit der Polizeiinspektion Harburg. Geplant ist ein Waldbrandszenario in Amelinghausen, bei dem die Feuerwehr ihre Taktik bei Wald- und Flächenbränden demonstriert.

(dpa)