Landtag

Missbrauchs-Skandal von Lügde beschäftigt den Landtag

Der Missbrauchs- und Polizeiskandal von Lügde schockiert. Mindestens 31 Kinder sind betroffen und bei der Polizei ging vieles schief. Heute ist der Fall Thema im niedersächsischen Landtag.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der Missbrauchs- und Polizeiskandal von Lügde mit mindestens 31 betroffenen Kindern ist am Donnerstag Thema im niedersächsischen Landtag. In der aktuellen Stunden wollen sich die Abgeordneten auf Antrag der CDU mit der Frage befassen, wie man Kinder auf allen Ebenen vor Missbrauch schützen kann - und wie eine konsequente Bestrafung der Täter aussehen soll. Die oppositionellen Grünen im Landtag wollen von der Landesregierung wissen, was sie zur Prävention sexualisierter Gewalt unternimmt und welche Unterstützung es für die Opfer gibt.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf einem Campingplatz im lippischen Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1.000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Ob es auch vor 2008 Fälle gab, wird derzeit geprüft. Zuerst hatte die Polizei des Kreises Lippe die Ermittlungen geführt und zahlreiche Datenträger mit Beweismaterial sichergestellt. Nach mehreren Pannen bei der Kreispolizei hatte der NRW-Innenminister die Ermittlungen an die Polizei in Bielefeld übertragen.

Auch der niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont musste Fehler in dem Fall einräumen. Das Jugendamt Hameln hatte den Hauptverdächtigen in dem Ende 2018 bekanntgewordenen Missbrauchsfall Anfang 2017 auf Wunsch der im Kreis Hameln lebenden Mutter als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt. In die Akte war nachträglich ein Vermerk eingefügt worden, wie Landrat Tjark Bartels (SPD) in der vergangenen Woche bekanntgab.

(dpa)