Eier-Skandal

Minister hält Fipronil-Skandal in Niedersachsen für ausgestanden

Agrarminister Meyer hält den Fipronil-Ei-Skandal nach umfangreichen Proben in Niedersachsen für überwunden. Über vier ermittelte Betriebe hinaus sei kein niedersächsischer Eierproduzent betroffen.


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 (Foto: picture alliance / Eric Lalmand/)

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier ist in Niedersachsen aus Sicht von Landwirtschaftsminister Christian Meyer ausgestanden. Umfangreiche Untersuchungen von Eiproben und Produkten hätten ergeben, dass über vier ermittelte Betriebe sowie eine Junghennenaufzucht hinaus keine weiteren Eierproduzenten in Niedersachsen von dem Skandal betroffen seien, sagte Meyer. Alle Proben von außerhalb der betroffenen Betriebe seien negativ gewesen. Eier aus Niedersachsen könnten wieder sorglos konsumiert werden.

Forderungen nach mehr Risikoanalyse und besserem Krisenmanagement

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel forderte, das Insektizid Fipronil wegen seiner unbekannten Langzeitwirkung vom Markt zu nehmen. Die Risikoanalyse müsse verschärft werden.

Agrarminister Meyer bemängelte ein unzulängliches Krisenmanagement des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie das Vorgehen der belgischen Behörden. "Die Belgier hätten uns informell informieren können, das wäre sehr hilfreich gewesen." Dann hätte es nicht die hohe Zahl belasteter Eier gegeben. "Ich erwarte, dass man das Schnellwarnsystem der EU überprüft."

Wurzel des Skandals in Belgien und den Niederlanden

Einen ersten Verdachtsfall gab es in Belgien Anfang Juni, eine Meldung an das Schnellwarnsystem aber erst am 20. Juli. Ein Unternehmen in Flandern soll den verbotenen Zusatzstoff Fipronil einem erlaubten Insektengift beigemischt und an ein Putz- und Desinfektionsunternehmen in den Niederlanden geliefert haben, das außer Höfe im eigenen Land auch die vier niedersächsischen Betriebe belieferte.

Wie Meyer bezifferte, seien von den vier niedersächsischen Betrieben 16 Millionen belastete Eier ins In- und Ausland geliefert und teils verzehrt worden. Über niedersächsische Packstationen seien weitere 10 Millionen Eier aus den Niederlanden in den Vertrieb gelangt.