Gegen die Angst

Meine neue Leber ist cool! Spieltherapeutin hilft den Kids durch eine schwere Zeit

Die Spieltherapie soll den Kindern durch die schwierige Zeit der Leber-OP helfen. Eltern und Ärzte sind von der Arbeit begeistert. Die Weiterfinanzierung der Stelle ist aber ungewiss.


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Spieltherapeutin Christiane Konietzny und ihr "Kleines Leber-Institut" (Foto: Antenne Niedersachsen)

„Lucky - Die Leber“ und Sophia werden vielleicht bald ziemlich beste Freunde. Die fünfjährige hat nach ihrer Lebertransplantation dem neuen Organ in ihrem Körper einfach einen Spitznamen verpasst: Lucky

Die kleine Sophia ist stolz: „Ich habe eine neue Leber und die ist gut“.

Der selbstbewusste Umgang mit der Leber-OP ist auch der Verdienst von Spieltherapeutin Christiane Konietzny. Seit fünf Jahren hilft sie in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover den Kindern und deren Eltern durch eine schwierige Zeit.

„Ich bin eine Übersetzerin. Vor-, während und nach der Operation“, sagt die 52-jährige.

Mit dabei auf dem Weg zu den Patienten auf der Station 63b hat sie immer ihr „Kleines Leber-Institut“ – ein bunter Rollwagen voller Handpuppen, Bilder und Bücher, die den Kindern einen leichteren Zugang zu ihrem neuen Organ, der Operation und dem jahrelangen Ärztemarathon ermöglichen sollen. "Manchmal wird daraus ein wildes Spiel, sagt Konietzny. Die Kinder könnten "austoben", was in ihnen vorgeht.

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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Die Arbeit ist bislang einmalig in deutschen Transplantationszentren. 2013 hatte der Leitende Arzt die Idee aus einem Krankenhaus in Birmingham nach Hannover geholt. Inzwischen sind Ärzte und Eltern von der Arbeit begeistert.

„Christiane hat uns die Wartezeit auf die Leber total versüßt und Sophia die Angst genommen“, sagt ihre Mutter Sabrina.

Seit ihrer Geburt ist ihre Tochter in der MHH in Behandlung. Aber auch Mama und Papa brauchen Hilfe, weiß die Oberärztin Dr. Eva-Doreen Pfister: „Viele Eltern können oft aus einem Schutzinstinkt heraus nicht offen mit ihren Kindern über die Erkrankung reden“. Mit der Spieltherapie könne man aber mit viel Zeit auf das Kind individuell eingehen.

Spieltherapie vor dem Aus?

Aber die Halbtagsstelle von Spieltherapeutin Christiane Konietzny ist befristet und läuft im Mai 2019 aus. Dr. Pfister ist unglücklich darüber, dass diese Art von Versorgung nicht von den Krankenkassen vergütet wird. Daher ist die man für die Weiterfinanzierung der Stelle bald wieder vollständig auf Spenden angewiesen (www.billy-rubin.de). Spieltherapeutin Konietzny wünscht sich dagegen eine feste Stelle in der MHH und das ihre Arbeit in ganz Deutschland bald ein anerkannter Beruf wird.