Robolege

Mein Kollege ist ein Roboter - Arbeiten bei Amazon in Winsen

Sie sehen aus wie kleine Rasenmäher-Roboter, sind aber Arbeitsroboter im Logistikzentrum in Winsen. Dort arbeiten mehrere hundert Roboter, die die bei Amazon bestellten Waren zu ihren menschlichen Kollegen transportieren. Machen die Roboter den Menschen die Arbeit streitig?


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Das sind eure Meinungen!

Wir möchten von euch wissen, was ihr von Robotern in der Arbeitswelt haltet! Sind sie eine Erleichterung oder nehmen sie Arbeitsplätze weg? Können wir heute überhaupt noch ohne Roboter in der Arbeitswelt auskommen?

Diskutiert mit und ruft uns kostenlos an auf unserer Studio-Hotline unter 0800 3 - 123 100.

Alex aus Delligsen: Die ganzen Unternehmer machen sich die Taschen voll, weil sie keine Arbeitskräfte mehr bezahlen müssen. Es wird alles automatisiert und der Punkt ist, dass wir immer weniger Arbeitsplätze haben. Große Firmen wie Amazon verdienen dadurch mehr Geld. Und da sollte meiner Meinung nach eine Art Robotersteuer her.

Rüdiger aus Twistringen: Wo gibt es heute denn keine Roboter mehr? Viele Versandhäuser arbeiten heute mit Robotern, weil das eine Arbeitserleichterung ist. Teilweise handelt es sich ja um große oder schwere Pakete, die transportiert werden müssen. Und durch die Arbeit mit Robotern werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Denn die Roboter müssen gewartet werden.

Michi aus Bremen: In meinen Augen sind die Roboter Arbeitsplatzvernichter. Die Roboter können teilweise die Arbeitsbedingungen erleichtern und Unternehmen können Kosten einsparen, aber ich sehe das bei den Lackierereien. Weil die Lackierroboter alles lackieren, brauchen die Werkstätten keine Lackierer mehr.


Roboterkollegen bei Amazon in Winsen

Kleine Roboter fahren scheinbar chaotisch durch die große Logistikhalle in Winsen. Die Arbeitswelt steht hier im nördlichsten Amazon Lager Europas Kopf! Denn die Mitarbeiter müssen nicht mehr durch lange Regalflure rennen. Die Ware wird ihnen gebracht: Die sogenannten "Drives" transportieren große Regale mit Fächern und fahren bestimmte Sammelstellen an. Dort arbeiten die menschlichen "Picker" hinter einem Zaun und befüllen die angelieferten Fächer mit Schrauben, Mixerstäben oder Luftballons - also solche Waren, die in Braunschweig, Hannover oder Hamburg von Kunden bestellt wurden. Winsen war das erste Werk in Deutschland mit Robotern als Mitarbeiter.

100.000 Pakete werden so jeden Tag rausgeschickt!

Johanna Köberich hat dabei alles im Blick. Sie ist so etwas wie die Chefin der Roboter. Sie trainiert ihre menschlichen Kollegen im Umgang mit den neuen Kollegen. Dazu gehört zum Beispiel das Aufsammeln der Ware, die aus den Regalen auf dem Roboter-Feld gefallen ist. Außerdem beheben die Kollegen kleinere technische Probleme der Roboter und starten diese neu. Der Roboter ist aber kein Job-Killer, findet Köberich. "Wir können dagegen viel schneller arbeiten und sparen uns kilometerlange Wege", sagt die 28-jährige.

Mensch vs. Roboter?

Knapp 1.800 Mitarbeiter hat das Logistikzentrum zwischen Hamburg und Lüneburg. "Da wo wir Kreativität brauchen, haben wir menschliche Mitarbeiter", sagt Standortchef Norbert Brandau. Gerade in der Vorweihnachtszeit werden hunderte neue Mitarbeiter gebraucht. Aber ohne die Automatisierung ginge es nicht mehr - dann müsste Amazon am Standort Winsen 10.000 Mitarbeiter beschäftigen. Auch Brandau sieht die Roboter als Arbeitserleichterung für die Kollegen aus Fleisch und Blut, und nicht als Konkurrenz.