Niedersachsen

Mehr Anrufe bei Brexit-Hotline - Europaministerium sieht Erfolg

2016 stimmten die Briten für den Austritt ihres Staates aus der EU. Auch drei Jahre danach ist noch nicht klar, wie der Brexit konkret erfolgen soll. Kurz vor der Frist wird das Geraune unter den in Niedersachsen lebenden Briten groß.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Knapp zwei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Brexit nimmt die Zahl der Anrufe bei der niedersächsischen Brexit-Hotline weiter zu. Mittlerweile seien 215 Anrufe eingegangen, sagte ein Sprecher des Europaministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Den Großteil der Fragen habe direkt im Telefonat geklärt werden können. "In 25 Fällen mussten wir die speziellen Fragen erst weitergeben", sagte der Sprecher.

Zu den am meisten gestellten Fragen gehörten Unklarheiten rund um das Einbürgerungsverfahren, etwa welche Wege es gibt oder an wen sich Betroffene wenden könnten. Doch auch Nicht-Briten riefen an, um sich etwa mit Blick auf eine bevorstehende Reise nach Großbritannien beraten zu lassen: "Kann ich fliegen? Gibt es Probleme bei Fluglizenzen? Oder gibt es nach einem harten Brexit neue Quarantänebestimmungen für Haustiere?", zählte der Sprecher einige der Fragen auf. Bei der Hotline kooperiert das Europaministerium mit einem Servicecenter in Oldenburg. Jeder Anruf kostet dem Land Niedersachsen eine Pauschale.

Obwohl die Zahl der Anrufe nur im niedrigen dreistelligen Bereich liegt, wertet das Ministerium seine Brexit-Hotline als Erfolg. Diese sei wegen regelmäßiger Anfragen auf Post- oder Mailweg eingerichtet worden. "Es fehlte eine Anlaufstelle für diese Bürger", sagte der Sprecher. Laut Ausländerzentralregister waren zum Stichtag 31.01.19 in Niedersachsen gut 8700 Briten gemeldet. In Bremen waren es 1200. Die große Diskrepanz zwischen vom Brexit betroffenen Briten und der Anzahl der Hotline-Anrufe erklärte der Sprecher damit, dass die Mehrheit bereits sehr gut informiert sei.

Nach Darstellung des Europaministeriums ist die niedersächsische Brexit-Hotline deutschlandweit die einzige für Bürgerfragen. Für Unternehmen gäbe es ähnliche Initiativen privater Anbieter.

2016 hatten die Briten für den Austritt ihres Staates aus der Europäischen Union gestimmt. Doch auch drei Jahre danach hat es die britische Regierung nicht geschafft, für ihre Bürger klare Verhältnisse zu schaffen. Geplant war der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ursprünglich am 29. März. Derzeit steht eine Verschiebung der Frist im Raum. Unterdessen will der Bund im Falle eines harten Brexits eine Übergangszeit von drei Monaten einräumen, damit in Deutschland lebende Briten weiter hierzulande arbeiten und bleiben dürfen. Diese Übergangsregelung kann mit Zustimmung des Bundesrates verlängert werden.

(dpa)