Osnabrück

Lehrerin ergaunert Luxushandtaschen - jetzt Versteigerung

Ihr Handtaschen-Tick kann einer Lehrerin aus Osnabrück noch teuer zu stehen kommen: Laut Anklage ergaunerte sich die Frau rund eine Million Euro vom Land, um sich davon unter anderem teure Modeartikel zu kaufen.


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Mit gefälschten Rezepten für teure Medikamente soll eine Lehrerin aus Osnabrück das Land Niedersachsen um rund eine Million Euro betrogen haben. Laut Anklageschrift hat die Frau mit Nagelschere und Farbdrucker Originaldokumente verändert und erfolgreich zur Erstattung bei der Beihilfestelle eingereicht, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer, sagte. Die Anklage liege bereits beim Landgericht Osnabrück. Ob es zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Osnabrück kommt, sei aber noch nicht entschieden, sagte Gerichtssprecher Sebastian Hohdorf.

Luxus-Täschchen kommen unter den Hammer

Um den Schaden für die Staatskasse auszugleichen, sollen nun Luxushandtaschen der Frau versteigert werden. Die Auktion laufe auf der Internetplattform justiz-auktion.de, so Retemeyer. Über die geplante Versteigerung hatte zunächst das "Westfalen-Blatt" berichtet. Es seien zunächst 26 der hochpreisigen Modeartikel auf der Auktionsplattform eingestellt worden, sagte Retemeyer. Der Neupreis der Designer-Handtaschen liege zum Teil bei mehreren tausend Euro. "Die Tragik an der Sache ist: Da begeht jemand eine schwere Straftat, fälscht mit der Nagelschere Belege und kauft sich dafür Handtaschen", sagte Retemeyer.

Sollte die Anklage zugelassen werden, drohe der 65 Jahre alten Lehrerin eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Die Taten seien als gewerbsmäßiger Betrug angeklagt, was zu einer erhöhten Strafe führe. "Ich sehe da eigentlich keine Bewährungsstrafe bei einem so hohen Schaden", sagte Retemeyer. Ab einem Jahr Freiheitsstrafe verliere man als Beamter seinen Job und werde mit Rechtskraft des Urteils entlassen. Die 65-Jährige werde in diesem Fall ihre sämtlichen Pensionsansprüche verlieren. "Sie steht vor den Scherben ihres gesamten Lebens", sagte Retemeyer.

Die Lehrerin unterrichtet nicht mehr. Weitere Angaben machte die Landesschulbehörde aus personen- und datenschutzrechtlichen Gründen nicht. Bei einem laufenden strafrechtlichen Verfahren dürften ohnehin keine Auskünfte gegeben werden, sagte Behördensprecherin Bianca Schöneich.