Pädagogen protestieren

Lehrer zweiter Klasse? - Protest von Dozenten aus Erwachsenenbildung

Pädagogen, die Flüchtlingen Deutsch vermitteln, sind häufig schlecht bezahlte Honorarkräfte. Bei einer Kundgebung in Hannover demonstrieren sie für bessere Arbeitsverhältnisse in Sprach- und Volkshochschulen.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Für eine bessere Bezahlung in der Weiter- und Erwachsenenbildung protestieren an diesem Freitag (14.00 Uhr) Lehrkräfte etwa von privaten Sprachschulen oder Volkshochschulen in Hannover. Die Kundgebung des Aktionsbündnisses "Deutsch als Fremdsprache" wird von der Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt. Sie steht unter dem Motto: "Wir sind keine Lehrer*innen zweiter Klasse!" Nach Angaben der Organisatoren befinden sich die Honorare und Gehälter der Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung auf dem Niveau der 1990er Jahre und damit weit unter dem durchschnittlichen Nettoverdienst in Deutschland. Sie verlangen mehr Unterstützung von Land und Kommunen.

Die Einrichtungen der Erwachsenenbildung wurden in Niedersachsen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums 2017 mit rund 45 Millionen Euro gefördert. Viele bieten auch Sprachkurse für Flüchtlinge an. Ein Expertengremium hatte eine Erhöhung der jährlichen Finanzhilfe um acht Prozent empfohlen. Im Haushaltsaufstellungsverfahren habe sich das Wissenschaftsministerium aktiv für die Stärkung der Erwachsenenbildung eingesetzt, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Die geforderte Erhöhung der Grundförderung habe jedoch keinen Eingang in den Vorschlag der Landesregierung gefunden.

"Wir fordern feste Einstellungen und sichere Gehälter für die Lehrkräfte", sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende, Holger Westphal. Mit den Deutschkursen für Flüchtlingen erfüllten sie eine wichtige gesellschaftliche Funktion. "Sprache ist der Schlüssel zur Integration", betonte Westphal.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Artur Sieg, beklagte die prekären Arbeitsverhältnisse der Deutsch- als Fremdsprache-Lehrkräfte. So müssten Festangestellte bis zu 40 Stunden unterrichten, hinzu kämen die Vorbereitungszeiten. "Das kann zu Lasten der Gesundheit oder der Unterrichtsqualität gehen", sagte Sieg.

(dpa)