Bildung

Landesschülerrat fordert kostenlose Schulbeförderung für alle

Oberstufenschüler und Auszubildende in Berufsschulen müssen für die Fahrt zum Unterricht vielerorts bezahlen. Kultusminister Tonne soll das abschaffen, meint der Schülerrat. Eltern und Lehrergewerkschaft dringen auf bessere Unterrichtsversorgung an Real- und Hauptschulen.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der niedersächsische Landesschülerrat macht sich für eine kostenfreie Schulbeförderung auch für Oberstufen- und Berufsschüler stark. "Jeder Politiker wirbt damit, dass Bildung kostenlos sein muss - aber der Weg zur Schule und zurück gehört dazu", sagte der Vorsitzende André Brinkmann der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) müsse sich dafür einsetzen, dass eine entsprechende Zielvereinbarung im Koalitionsvertrag schneller umgesetzt werde. In dem Papier hatten SPD und CDU eine schrittweise Einführung des kostenfreien Transports für Oberstufenschüler und Berufsschüler ins Auge gefasst. Tonne will am Mittwoch einen Ausblick auf das zweite Schulhalbjahr geben.

Der Landeselternrat forderte den Kultusminister auf, zur Unterstützung der Lehrer mehr Erzieher, Therapeuten und Integrationsbegleiter einzustellen. Die Zahl der Kinder mit Inklusions- und Integrationsbedarf steige, viele Lehrer fühlten sich zunehmend überfordert, sagte der Vorsitzende Mike Finke. "Diese Fachleute müssten fest an den Schulen beschäftigt sein, damit sich die Lehrer wieder auf das Unterrichten konzentrieren könnten."Außerdem müsse das Kultusministerium dafür sorgen, dass die Unterrichtsversorgung an Haupt-, Real- und Förderschulen verbessert werde. "An vielen Schulformen liegt sie noch weit unter dem Durchschnitt", kritisierte Finke.

Nach Angaben des Kultusministeriums lag die Unterrichtsversorgung an einem Stichtag zu Beginn des laufenden Schuljahres im Landesdurchschnitt bei 99,4 Prozent. Dabei erreichten die Realschulen 97,4 Prozent, die Hauptschulen 94,7 Prozent und die Förderschulen 93,4 Prozent. Die Unterrichtsversorgung gibt an, zu welchem Prozentsatz der vorgesehene Unterricht und zusätzliche Lehrerstunden für Inklusion, Ganztagsschule und Sprachförderung abgedeckt werden können. Der kurzfristige Ausfall von Schulstunden wegen der Erkrankung von Lehrern ist in dem Wert nicht eingerechnet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Situation ähnlich wie der Landeselternrat. "Wir erwarten vom Kultusminister, dass er die tatsächlichen Verhältnisse hinter den Statistiken erläutert. Durchschnittswerte sagen nichts über die Situation vor Ort aus", sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Die Unterschiede zwischen den Schulformen und zwischen Stadt und Land seien besorgniserregend. Pooth mahnte außerdem eine hochwertige Qualifizierung für Quereinsteiger an. Das kürzlich vorgelegte Konzept werde dem nicht gerecht.

(dpa)