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9. September 2017
Hannover

Kultusministerium kritisiert Zooboykott-Aufruf an Schulen

Peta will, dass Schulen keine Ausflüge mehr in den Zoo Hannover unternehmen und hat 1.400 Schulen im Großraum Hannover angeschrieben. Dafür gibt es nun Kritik.


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 (Foto: picture alliance / Silas Stein/d)

Das niedersächsische Kultusministerium hat den Aufruf zum Boykott des Zoos Hannover wegen des Vorwurfs der "Elefanten-Misshandlung" kritisiert. Zoos könnten als außerschulische Lernorte wichtiges Wissen über die dort gehaltenen Tiere vermitteln, sagte Staatssekretärin Erika Huxhold am Donnerstag der dpa. "

Bildung umfasst im Übrigen immer auch die kritische Auseinandersetzung mit den Bildungsinhalten. Einen Boykottaufruf halte ich insofern nicht für zielführend." Die Tierrechtsorganisation Peta hat nach eigenen Angaben mehr als 1400 Schulen und Kitas im Großraum Hannover angeschrieben und sie gebeten, künftig von Ausflügen in den Erlebniszoo abzusehen.

"Kinder wollen nicht, dass Tiere geschlagen werden, schon gar nicht die Elefantenkinder in Hannover", erklärte Peta-Fachreferent Peter Höffken am Donnerstag. Deshalb sei es ein wichtiges Anliegen, sie zu informieren. Laut Kultusministerium entscheiden die Schulen grundsätzlich selbst, ob sie einen Zoobesuch als sinnvolle Unterrichtsergänzung erachten oder nicht. Peta hatte den Zoo Hannover wegen Tierquälerei angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Hannover wertet derzeit das heimlich von Peta aufgenommene Videomaterial aus. Der Zoo wies den Vorwurf zurück, Tiere mutwillig zu verletzen und kündigte eine umfassende Aufklärung mit Hilfe externer Gutachter an.