Steigender Verbrauch

Klirrende Kälte lässt Heizenergieverbrauch steigen

Der Februar hat im Endspurt noch mal den Winter nach Deutschland geholt. Die Vormonate waren eher durchschnittlich und warm. Die Energieversorger machten in den vergangenen Tagen gute Geschäfte.


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 (Foto: picture alliance / Ole Spata/dpa)

Angesichts zweistelliger Minusgrade drehen auch Niedersachsen und Bremer die Heizthermostate in ihren Wohnungen höher. Viele Stadtwerke merken das und haben in den vergangenen Tagen einen deutlich gestiegenen Erdgas- und Fernwärmeabsatz registriert. In den jüngsten Dauerfrost-Tagen erhöhte sich der Gasverbrauch etwa in Bremen um zwölf Prozent im Vergleich zur ersten Februar-Hälfte. Einen Anstieg meldeten auch die Stadtwerke in Göttingen, Hannover und Lüneburg. "Es wird auffällig mehr geheizt", sagte Jennifer Reimer-Meyer vom Versorger Lünestrom. Allerdings ist Entspannung in Sicht. Nach dem meteorologischen Frühlingsanfang am Donnerstag sollen die Außentemperaturen zum Wochenende wieder steigen.

Bis zu 50 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr

Die Menschen heizen vor allem am Morgen nach dem Aufstehen und am Abend, wenn sie nach Hause kommen. In diesen Spitzenzeiten stieg bei den Göttinger Haushalten im Februar der Fernwärmeabsatz um bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Februar 2017, wie die Sprecherin der Stadtwerke Göttingen, Claudia Weitemeyer, mitteilte. Kein Wunder: Am Mittwoch (28. Februar) lag der Tagestemperaturmittelwert bei eisigen minus 8,8 Grad und damit um satte 14,2 Grad unter dem Wert von 28. Februar 2017 (plus 5,4 Grad). Die Folge war an dem Tag ein um ebenfalls bis zu 50 Prozent gestiegener Absatz bei Erdgas.

In Hannover wurden am Dienstag minus 11 Grad gemessen. "Es ist aktuell doppelt so kalt wie im Vorjahreszeitraum und das macht sich deutlich beim Heizenergiebedarf in Hannover bemerkbar. Die im enercity-Netzgebiet nachgefragten Fernwärme-, Erdgas- wie auch Strommengen liegen aktuell stark über dem Vorjahresniveau", sagte Carlo Kallen, Sprecher von enercity, der Marke der Stadtwerke Hannover. Zusammengerechnet hätten die Tagesabsätze im Februar 2018 mit 15,77 Prozent bei der Fernwärme und 14,82 Prozent beim Gas deutlich über den Mengen vom Februar 2017 gelegen.

Nur eine Momentaufnahme aufgrund der Kältewelle

Allerdings ist das eine Momentaufnahme, die vor allem auf der Eiseskälte der vergangenen Tage basiert. Insgesamt liegt der Fernwärmeabsatz dem Sprecher zufolge um 3,72 Prozent und der Gasabsatz um 3,31 Prozent niedriger als im Januar und Februar 2017.

Auch die Bremer drehten kräftig die Heizung auf. Um 12 Prozent stieg der Gasabsatz im Februar 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Vergleich zur milderen ersten Monatshälfte im Februar waren es nach Angaben des Bremer Energieversorgers SWB in den vergangenen vier bis fünf Tagen sogar 14 Prozent mehr. Das Unternehmen gab den Kunden in dieser Woche Temperatur-Richtwerte an die Hand: 20 bis 23 Grad im Wohnzimmer, Kinderzimmer 23 Grad, Schlafzimmer und Küche nicht mehr als 18 Grad. Unter 16 Grad solle die Raumtemperatur aber nicht sinken. Denn dann kühlten die Wände aus und es entstehe erst Kondenswasser und dann Schimmel.

(dpa)