Leben im Mini-Haus

Kleine Wendland-Häuser kommen ganz groß raus

Tiny Houses sind der neue Wohntrend in Niedersachsen. Auch junge Firmen aus dem Wendland zeigen, wie Wohnen auf kleinstem Raum funktionieren kann.


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

"Schuhe aus im Tiny House", lacht Moritz Barre und öffnet die Tür zu seinem neuen Mini-Wohnzimmer. Seit Anfang November lebt der Tischler aus Clenze auf lediglich 13 Quadratmetern.

Sein neues Zuhause ist ein umgebauter Schiffscontainer auf einem Bauernhof im Clenzer Ortsteil Prießeck

Das bedeutet: Leben in Kompaktform. Hinten an der Wand steht das Klappbett, mehrere Spinde dienen als Kleiderschrank und ein weißer Schreibtisch mit Zimmerpflanze ist der Arbeitsbereich. Von hier bietet ein großes Panoramafenster einen herrlichen Blick auf Wiesen, Schafe und die wenige befahrene Dorfstraße zwischen Clenze und Waddewitz. Eine Infrarot Heizung sorgt für Wärme. Vor ein paar Jahren haben sich der 34-jährige Tischler und der Bootsbauer Finn Jessen hier zusammengetan. Ihr Ziel: bezahlbaren Wohnraum schaffen – und individuelle Kundenwünsche erfüllen. Deswegen retten die Beiden Jungunternehmer die ausgemusterten Container vorm Vergammeln.

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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Bis zu drei Monaten dauert ein Umbau, immer abhängig vom jeweiligen Kundenwunsch. Im Container können sogar Küchen oder Badezimmer untergebracht werden. Außerdem lassen sich mehrere Container aneinanderschließen. "Diese sind schon zum Leben gedacht", sagt Jessen. Man könne die Wohncontainer aber auch als Gartenhaus oder als Büro im Hinterhof benutzen. Es seien fast keine Grenzen gesetzt. Dennoch können die Mini-Häuser nicht einfach auf die Wiese gestellt werden. Auch bei Tiny Houses gilt das Niedersächsische Baurecht. Sie müssen deswegen ans öffentliche Straßen-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Stromnetz angeschlossen sein.

Tiny House - Wohnen anders gedacht

In Osnabrück wird derzeit überlegt, Flächen für Tiny Houses bereitzustellen. Die Stadt braucht mehr Wohnraum. Tischler Moritz Barre glaubt aber nicht daran, dass die Mini-Häuser die Wohnungsnot in den Städten lindern können. Sie bieten aber den Menschen ganz neue Wohnkonzepte an. So könnten die Wendland-Container auch für Familien attraktiv werden. "Wenn die Kinder irgendwann aus dem Haus sind, haben die Eltern die Möglichkeit, Container wieder abzubauen und so ihren Wohnraum zu verkleinern."

(Autor: Niels Kristoph)