Landkreis Verden

Kaufinteressenten für Heisenhof in Dörverden

Der Heisenhof in Dörverden war Rittergut und Militärstandort. Später machte er Schlagzeilen, weil dort ein rechtes Schulungszentrum entstehen sollte. Seit Jahren steht das Anwesen zum Verkauf, obwohl die Behörden den Abriss verlangen. Nun interessiert sich ein Landwirt für den Hof.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Für den Heisenhof in Dörverden haben sich Interessenten gefunden. Er sei zuversichtlich, dass das Anwesen im Kreis Verden erhalten bleiben kann, sagte Rüdiger Meyer aus Kirchlinteln, dessen Frau den Heisenhof im Jahr 2011 gekauft hatte. Ihm zufolge hat ein Landwirt im März einen Termin beim Landkreis, um seine Pläne vorzustellen. "Uns ist signalisiert worden: Wenn ein Landwirt es kauft, wird es nicht abgerissen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das ehemalige Rittergut sei ein deutsches Kulturgut. "Es wäre eine Schande, so etwas abzureißen." Rolf Thies vom Bauordnungsamt ist skeptisch, dass aus dem Anwesen ein landwirtschaftliches Gut wird. "Wir werden uns das ganz kritisch ansehen müssen", sagte er mit Blick auf die Pläne.

Das rund 22 000 Quadratmeter große Anwesen gehörte früher zu einem Bundeswehrstandort. Im Jahr 2004 kaufte der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger über seine in London ansässige "Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation" das Anwesen, um dort ein rechtes Schulungszentrum aufzubauen. Nach Riegers Tod im Jahr 2009 zerschlugen sich die Pläne, 2011 kaufte Barbara Meyer das Anwesen. Der Landkreis verlangt, dass die Gebäude abgerissen werden. Das Anwesen habe zu einem Bundeswehrstandort gehört, da es keine militärische Nutzung mehr gebe, sei die Genehmigung erloschen.

Der Landkreis treibt deshalb den Abriss voran. Ein Ingenieursbüro soll in den kommenden Wochen die Kosten ermitteln. Thies rechnet mit deutlich mehr als 250 000 Euro, die dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden. Sobald die Kalkulation bekannt ist, brauche es eine Ausschreibung, um ein Unternehmen zu finden, das die Gebäude abreißt. Das könne noch einige Monate dauern, so Thies.

(dpa)