Autobahnen

Initiative will 400 neue Lkw-Parkplätze in Niedersachsen schaffen

Lkw-Parkplätze an den Autobahnen sind oft überfüllt. Eine neue Initiative setzt nun auf die großen Firmengelände der Speditionen, wo noch viel Platz frei ist. Die Unternehmen müssen sich nur untereinander aushelfen. Klappt das so einfach per App?


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Dank einer neuen Initiative sollen in Niedersachsen bis zum kommenden Jahr 400 neue Lkw-Parkplätze auf Firmengeländen entstehen, die die Parkplätze entlang der Autobahnen entlasten. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) zeichnet das Projekt des Transportgewerbe-Versicherers Kravag am Mittwoch in Hannover aus und übergibt eine Förderzusage. Der Versicherer hat bereits eine App gestartet, über die Lkw-Fahrer sich gegenseitig freie Stellplätze melden können und die Fahrern anzeigt, wo in der für sie erreichbaren Umgebung noch Plätze frei sind.

Zusätzlich will die Kravag nun bei ihr versicherte Unternehmen dafür gewinnen, ihre Firmengelände für weitere bei dem Unternehmen versicherte Speditionen zu öffnen. Deren Fahrer sollen dann ebenfalls über die App Stellplätze auf den gesicherten Firmenarealen reservieren können. Der Versicherer möchte dazu auch eine Schließtechnik auf den Firmenhöfen installieren, die dann den anderen Fahrern die Zufahrt erlaubt. Wie Kravag-Sprecherin Brigitte Römstedt der dpa sagte, ist die Resonanz der Unternehmen noch verhalten. Bundesweit hätten sich erst rund zehn Firmen gemeldet.

App soll eine Ergänzung zum Ausbau der Parkplätze sein

Die Idee des Parkplatz-Sharing für Lastwagen sei eine sinnvolle Ergänzung zum Ausbau der Parkplätze entlang der Autobahnen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. In Niedersachsen gebe es derzeit rund 10 400 Lkw-Parkplätze auf Rastanlagen und Autohöfen entlang der Autobahnen. Alleine seit 2009 seien 2950 zusätzliche Parkplätze für Lastzüge entstanden, weitere 210 seien gerade im Bau. Schwerpunkte sind die Autobahnen 1,2 und 7.

Für die auf Firmengeländen reservierten Parkplätze soll zwar eine kleine Gebühr fällig werden, der Versicherer rechnet aber die enormen Kosten gegen, die den Speditionen durch Ladungsdiebstähle entlang der Autobahnen entstehen. Der daraus resultierende Schaden belaufe sich auf jährlich rund 1,2 Milliarden Euro in Deutschland. Zudem würde die langwierige Parkplatzsuche Lenkzeit und Dieselkraftstoff vergeuden.