Roboarzt

In Hannover operiert der Robo-Arzt

In der Medizinischen Hochschule Hannover assistiert den Ärzten jetzt ein neuer Kollege. DaVinci ist ein Medizinroboter der Leben rettet.


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Mit vier Armen und zwei Superaugen ist der Medizinroboter "DaVinci Xi" ein echter Experte am OP-Tisch.

Seit Dezember 2017 nutzt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) das 3 Millionen Euro teure OP-System. Als erstes wurde der Medizinroboter in einen OP-Saal der Viszeralchirugie installiert. Auch in der Frauenklinik und in der Urologie kommt der Robo-Doc zum Einsatz.

Der Arzt steht jetzt nicht mehr direkt am Operationstisch, sondern sitzt an einer entfernt aufgestellten Konsole. Wie ein Organist bedient er mit den Füßen Pedale, mit den Händen greift er zwei Joysticks. So steuert er simultan vier Roboterarme mit OP-Instrumenten an den Enden - millimetergenau. Das Operationsfeld hat der Arzt dabei vor sich auf dem Bildschirm in 3D-Optik und zehnfach vergrößert - in HD.

Der Vorteil: "Feinste Strukturen wie Nerven oder Gefäße kann der Operierende besser sehen, ein mögliches Handzittern wird durch den Roboter rausgefiltert", sagt Projektleiter und Oberarzt Dr. Markus Winny. Der Patient profitiere durch eine schnellere Erholung nach der OP, bessere Wundheilung und kürzere Krankenhausaufenthalte.

Einzig das Feeling fehlt. Der Arzt kann durch Abtasten spüren, wo beispielweise ein Krebsgeschwür endet und das normale Gewebe beginnt. Er bekommt ein Feedback durch den direkten Kontakt mit dem Patienten. Das kann DaVinci nicht. Noch nicht. Oberarzt Winny ist sich sicher: Kommende Roboter-Entwicklungen können genau das durch den Einsatz von Sensoren liefern. Nur: Den selbstoperierenden Robo-Arzt werden wir nicht erleben. Ein Medizinroboter solle immer unter der Führung des Chirurgen operieren, meint Winny.