Wattrennen

Im Watt vor Cuxhaven wird wieder um die Wette getrabt

Pferde, Watt und am Horizont die Ozeanriesen - das macht den Reiz des Duhner Wattrennens aus. Mit 15 000 Besuchern rechnen die Organisatoren in diesem Jahr. Bedenken von Tierschützern gegen das Spektakel glauben sie entkräftet zu haben.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Im Watt vor Cuxhaven finden am Sonntag die allsommerlichen Pferderennen statt - der Saisonhöhepunkt für viele Touristen in der Hafenstadt an der Elbmündung. Immer sechs Stunden während der Ebbe haben die Traber und Galopper Zeit für das Duhner Wattrennen, das schon seit 1902 ausgetragen wird.

Der Deich dient bei dem Spektakel als Tribüne, der Blick geht über das Watt bis zu den Schiffen auf der Nordsee im Hintergrund. Die Rennstrecke sei in diesem Jahr etwa 30 Meter dichter an den Deich gelegt worden, um die Sicht zu verbessern, sagte Ralf Drossner vom Organisationskomitee der Deutschen Presse-Agentur. "Wir gehen von 15 000 Zuschauern aus", sagte er. Der Vorverkauf sei gut gelaufen.

Für die elf Rennen in diesem Jahr sind seinen Angaben nach etwa 130 Pferde gemeldet - viele von ihnen Hannoveraner. Der Landkreis Cuxhaven ist ein Schwerpunkt der Zucht dieser Pferderasse. Auf dem Oval im Watt werden Distanzen zwischen 1900 und 2500 Meter gelaufen. Vier Trabrennen werden im Sulky, dem zweirädrigen Wägelchen, gefahren; ein Trabrennen wird geritten. Vier Mal messen sich die Galopper.

Kritik am Duhner Wattrenen

Insgesamt seien 28 000 Euro Preisgeld zu gewinnen, sagte Drossner. Als Hauptpreis gilt der Preis des niedersächsischen Ministerpräsidenten. Der Wanderpokal wird in diesem Jahr von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) überreicht.

Das Duhner Wattrennen hat in den vergangenen Jahren für Kritik von Tierschützern gesorgt. Viele sehen Pferderennen generell als Quälerei für die Tiere. Konkret wurde in Duhnen beobachtet, dass einzelne Pferde mit verbotenem Zaumzeug gezäumt waren. Drossner ist sich indes sicher, dass die Überwachung mittlerweile lückenlos ist. Tierärzte des Vereins, des Landkreises Cuxhaven und des Landes seien im Einsatz. "Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir alles dafür tun, dass den Tieren kein Leid geschieht", sagte er.

(dpa)