Universität Göttingen

Hochschulverband: Göttinger Uni-Präsidentenwahl "hat Geschmäckle"

Im Streit um die Wahl des neuen Göttinger Uni-Präsidenten Sascha Spoun hat der Deutsche Hochschulverband (DHV) den Findungsprozess kritisiert.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

"Wir sind der Meinung, dass den anderen Bewerbern möglicherweise kein faires Verfahren zuteil geworden ist", sagte DHV-Geschäftsführer Michael Hartmer der Deutschen Presse-Agentur. Der DHV unterstützt als Berufsvertretung rechtliche Schritte eines unterlegenen Bewerbers mit einer Prozesskostenhilfe. An dem Auswahlverfahren der Uni Göttingen sei unter anderem besonders, dass Spoun erst als Berater beteiligt war, bevor er selbst zum Kandidaten wurde, sagte Hartmer: "Das hat immer Geschmäckle."

Die Uni Göttingen teilte auf Anfrage mit, das Bewerbungsverfahren sei aus ihrer Sicht "einwandfrei und gemäß den rechtlichen Vorgaben" verlaufen. Aus dem Wissenschaftsministerium in Hannover hieß es, Diskussionen um die Wahl von Hochschulleitungen seien "Ausdruck einer lebendigen und demokratischen Hochschulselbstverwaltung".

Das Verwaltungsgericht Göttingen hatte die Georg-August-Universität wegen des Eilantrags eines Mitbewerbers in der vergangenen Woche gebeten, Spoun bis zu einer Entscheidung des Gerichts nicht zum Präsidenten zu ernennen. Die Hochschule habe zugesagt, der Bitte zu folgen. Der Senat der Uni hatte Spoun im Juni gewählt.

(dpa)