Fridays for Future

Hier wurde in Niedersachsen fürs Klima gestreikt

Es ist eine globale Bewegung mit regionaler Basis. Zehntausende Mitglieder und Unterstützer von Fridays For Future sind im Nordwesten für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Nicht nur die Jungen wollen endlich wirksame Maßnahmen gegen den hohen CO2-Ausstoß.


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 (Foto: Nicola - stock.adobe.com)

Besonders an diesem "Friday for Future" ist, dass gleichzeitig überall auf der ganzen Welt für mehr Klimaschutz demonstriert wird - und zwar während das Klimakabinett in Berlin tagt und in New York einer der wichtigsten UN Gipfel des Jahres vorbereitet wird.

Klimastreik in Niedersachsen

Sie wollten ein deutliches Zeichen vor dem UN-Klimagipfel setzen: Zehntausende Menschen in Niedersachsen sind am Freitag dem Aufruf der Fridays-For-Future-Bewegung (FFF) gefolgt und haben wie in vielen anderen deutschen Städten ihrem Unmut über eine lasche Klimapolitik Luft gemacht.

Sportliche Sprechchöre

Schon zu Beginn ihres Sternenmarsches in Hannover wurden die Demonstranten laut. "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle", skandierten sie – und unterstrichen dies mit energischem Auf- und Abschwenken ihrer Schilder. "Lasst uns die ganze Stadt zusammenschreien!" Die Polizei zählte bis zum Nachmittag mehr als 26 000 Teilnehmer in der Landeshauptstadt, wie sie per Twitter meldete. Laut den Veranstaltern waren es sogar 30 000 Menschen.

Absage an Gewalt

Beim gemeinsamen Einschwören auf die Ziele machten die Organisatoren klar: "Dies ist ein friedlicher Protest, von uns geht keine Gewalt aus." Die umstehenden Polizisten nahmen das wohlwollend zur Kenntnis – zumal sogar das Landeskriminalamt gewarnt hatte, linksextreme Gruppen könnten die Veranstaltung kapern.

Auch ältere sind dabei

Schüler aller Altersgruppen bevölkerten den Startpunkt am Altenbekener Damm. An Unterstützung reiferer Jahrgänge mangelte es nicht: Lehrer, Eltern und Großeltern mischten sich in die Menge. Manche hatten Blumen in der Hand, andere unmissverständliche Botschaften auf den Transparenten: "Kinder, vergebt ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun." Auch "Opas For Future" waren dabei. Die Parents For Future riefen in Göttingen Erwachsene zum Mitmachen auf.

Internationale Solidarität

FFF – angestoßen von der Schwedin Greta Thunberg – versteht sich als weltweites Netzwerk, das sich aus den Initiativen Tausender lokaler Gruppen speist. In Hannover erinnerten die Veranstalter daran, dass der Klimawandel in anderen Ländern schon weitaus drastischere Folgen hat als in Deutschland. "Wir sind ein Teil der Menschen, die heute an 1500 Orten auf die Straße gehen."

Kirchlicher Beistand

Landesbischof Ralf Meister stellte sich hinter die Demonstranten – und äußerte Selbstkritik an der eigenen Generation. "Macht weiter! Ihr habt ein so starkes Zeichen gesetzt, wie wir Alten von den Jungen lernen können", rief er den Teilnehmern zu. "Ich gehöre zu einer Generation, die nicht genug getan hat. Bleibt hartnäckig! Bleibt geduldig, barmherzig, widerständig!" Die 23-jährige Jule aus Hannover glaubt, dass FFF immerhin große Aufmerksamkeit erreicht hat: "Ich finde es auf jeden Fall gut, dass anscheinend die Stimmen der jungen Menschen auch gehört werden."

Aktionen im ganzen Land

Nicht nur die Landeshauptstadt war ein Schauplatz. In Braunschweig waren mindestens 7000 Demonstranten unterwegs. Auch in Wolfenbüttel, Hildesheim, Göttingen, Osnabrück, Oldenburg, Wilhelmshaven, Wolfsburg oder Vechta gab es Kundgebungen. In Lüneburg zählte die Polizei über 3000 Teilnehmer. In Buxtehude schlossen sich den etwa 800 Schülern spontan Passanten an, so dass am Ende rund 1000 Menschen teilnahmen.

Blockade in Bremen

In der Hansestadt beteiligten sich laut Polizei 31 000 Menschen. Nach einem Marsch vom Hauptbahnhof durch die Stadt durften aus Sicherheitsgründen nicht alle von ihnen zum Marktplatz am Rathaus. Bei der Kundgebung kritisierte eine Rednerin das neue Regierungsbündnis im Bundesland, das "angeblich so progressiv" sei. Zeitweise blockierten Demonstranten eine Weserbrücke.

Nicht jeder geht zu Fuß

Beim Klimaprotest sind Fahr- und Liegeräder gern gesehen. Die ganz Kleinen kamen im Kinderwagen. "Man kann sich nicht früh genug für Klimaschutz einsetzen", erklärte eine Mutter, die mit ihrem Säugling am Maschsee in Hannover demonstrierte.

Politische Dichtung

Schüler verteilten in Hannover eine "Sprüchesammlung", die ihre Anliegen auf den Punkt bringen sollte. Das Angebot reichte von simplen Reimen wie "Alle Leute, Groß und Klein, reiht euch in die Demo ein!" bis zu klaren Protestaufrufen: "Weht euch, leistet Widerstand, gegen die Braunkohle, hier im Land."

Leonardo di Caprio marschiert mit

Der Hollywood-Star ist bekennender Klimaaktivist, er setzt sich seit Jahren für weniger CO2-Emissionen ein. Nicht persönlich, aber doch auf Pappe marschierte er in Hannover mit. Die Fans stellten einen Satz zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit dazu: "Dieser Planet wird heißer als der junge Leonardo."

Und dann kamen die Meldungen zum Klimakabinett

Als am frühen Nachmittag erste Meldungen über einen Durchbruch im Klimakabinett der Bundesregierung kamen, waren die Reaktionen der Demonstranten eher skeptisch. "Mal sehen, ob das wirklich so umgesetzt wird", sagte ein Schüler aus Celle. "Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung", meinte ein anderer. Ein Verbot neuer Ölheizungen ab 2026, billigere Zugtickets oder ein ausgeweiteter Emissionshandel dürften im Sinne vieler Teilnehmer sein - aber manch einer hätte sich eine CO2-Steuer und noch weitergehende Maßnahmen der Politik gewünscht.

Fridays for Future in Bildern

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In diesen niedersächsischen Städten wurde demonstriert:

  • Achim, 10 Uhr Rathaus
  • Aurich, 11.30 Uhr Sparkassen-Arena
  • Bassum, 13.30 Uhr Bahnhof
  • Braunschweig, 10 Uhr Schlossplatz
  • Bremerhaven, 10 Uhr Klimahaus
  • Bremervörde, 10 Uhr Rathausmarkt
  • Bruchhausen-Vilsen, 15.30 Uhr Platz vor Bullenkamp
  • Buchholz in der Nordheide, 12 Uhr Kirche St. Paulus
  • Buxtehude, 10 Uhr Schafmarktplatz
  • Celle, 11.30 Uhr Stechbahn
  • Cloppenburg, 10 Uhr Bahnhof
  • Cuxhaven, 12 Uhr Wochenmarkt
  • Delmenhorst, 11.30 Uhr Marktplatz
  • Diepholz, 10 Uhr Schulzentrum Diepholz
  • Dissen am Teutoburger Wald, 11 Uhr Schwarzer Platz (Schulzentrum)
  • Einbeck, 11.30 Uhr Start am Marktplatz
  • Emden, 11.30 Uhr Kreuzung an der Pizzeria Mammut am Wall (in Emden)
  • Gifhorn, 10.30 Uhr Schillerplatz
  • Goslar, 13.30 Uhr Goslar Bahnhof
  • Göttingen, 12 Uhr Neues Rathaus
  • Hameln, 12 Uhr Hochzeitshaus
  • Hann. Münden, 16 Uhr Rathaus
  • Hannover 1, 12.30 Uhr Opernplatz 8 Tage Aktionscamp
  • Hannover 2, 12.30 Uhr Braunschweiger Platz
  • Hannover 3, 12.30 Uhr Altenbekener Damm
  • Hannover 4 ,12.30 Uhr Küchengarten
  • Harpstedt, 15.30 Uhr Marktplatz
  • Haselünne, 10 Uhr Am Wasserturm
  • Hemmingen, 11.30 Uhr Haupteingang CFGS (Fahrraddemo)
  • Hildesheim, 14 Uhr Hauptbahnhof
  • Holzminden, 13.30 Uhr Marktplatz (Fahrraddemo)
  • Hoya, 11 Uhr Johann Beck Gymnasium
  • Jaderberg, 10.45 Uhr Oberschule Jaderberg
  • Leer, 13.30 Uhr Mühlenplatz
  • Lehrte, 11.30 Uhr Neues Zentrum
  • Lingen, 8 Uhr Bahnhof
  • Lüchow-Dannenberg, 10 Uhr Marktplatz
  • Lüneburg, 12 Uhr Marktplatz
  • Meppen, 12 Uhr Marktplatz
  • Nienburg (Weser), 11 Uhr Bushaltestelle Im Meerbachbogen
  • Norden, 10 Uhr Norden-Marktplatz
  • Norderney, 12 Uhr Watt Welten Besucherzentrum (11 Uhr Schulhof der KGS)
  • Nordhorn, 12 Uhr Alte Kirche am Markt
  • Northeim, 12.05 Mühlenanger
  • Oldenburg, 12 Uhr Bahnhof-Schloss
  • Osnabrück, 13.30 Uhr Theatervorplatz
  • Osterholz-Schwarmbeck, 10 Uhr Bahnhof
  • Papenburg, 14 Uhr Rathaus
  • Peine, 12 Uhr
  • Rastede, 10 Uhr KGS Rastede
  • Soltau, 16 Uhr Gymnasium Soltau Parkplatz
  • Spiekeroog, 9.30 Uhr Rathaus
  • Stade,16 Uhr Hospitalstraße
  • Stadthagen, 13.30 Uhr Festplatz
  • Ströhen, 11 Uhr Dorfplatz an der Varreler Straße
  • Sulingen, 15 Uhr Neuer Markt
  • Syke, 13.30 Rathausplatz
  • Uelzen, 11 Uhr Bahnhof
  • Uslar, 12.45 ZOB Zur schwarzen Erde
  • Vechta, 12 Uhr Europaplatz
  • Verden (Aller), 11 Uhr Bahnhof
  • Visselhövede, 11.55 Uhr Marktplatz
  • Walsrode, 11.30 Uhr Sportplatz Gymnasium Walsrode
  • Wangerooge, 13 Uhr Bahnhofsvorplatz
  • Wennigsen (Deister), 11.30 Uhr KGS Wennigsen
  • Westerstede, 10 Uhr Alter Marktplatz Westerstede
  • Weyhe, 10 Uhr Kgs Kirchweyhe
  • Wilhelmshaven, 12 Uhr Rambla in der Bahnhofsstraße
  • Winsen (Luhe), 10 Uhr Bahnhof
  • Wittmund, 11.30 Uhr Marktplatz
  • Wolfenbüttel, 10 Uhr Stadtmarkt
  • Wolfsburg, 12 Uhr Bahnhof
  • Worpswede, 14 Uhr Wiese gegenüber vom EDEKA
  • Wunstorf, 12 Uhr Rathaus
  • Zetel, 14 Uhr Am Markthamm
  • Zeven, 13.45 Uhr St.Viti Parkplatz

Forscher unterstützen die Bewegung

Unterstützt wird Fridays for Future von den Scientists for Future. Die Wissenschaftler warnen in einer Stellungnahme vor den Folgen des Klimawandels und fordern die Regierungen von Deutschland, Österreich und der Schweiz auf, umgehend zu handeln.

Hier könnt ihr euch das Video der Scientists for Future ansehen:

Noch mehr für den Klimaschutz findet ihr hier >>>


(Mit Materialien der dpa)