Luftverschmutzung

Hannover und Oldenburg kämpfen weiter gegen Luftverschmutzung

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid ist in Hannover und Oldenburg weiter zu hoch. Wann die Klage der Umwelthilfe gegen beide Städte verhandelt wird, ist aber offen. Und wie entwickelt sich die Luftqualität in den Problemstädten Osnabrück und Hildesheim?


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 (Foto: picture alliance/dpa)

In Hannover und Oldenburg ist die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid weiterhin zu hoch. Das geht aus den Messwerten für Januar bis Mai dieses Jahres hervor, wie das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim mitteilte. In Hannover gibt es demnach Überschreitungen an vier der fünf Stellen, an denen die Luftqualität gemessen wird. In Oldenburg hingegen betrifft die Abgasproblematik einen einzigen Messpunkt, an dem die Vielzahl vorbeifahrender Busse für den Ausschlag verantwortlich ist.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die bundesweit gegen mehr als zwei Dutzend Kommunen mit zu hoher Luftverschmutzung Klagen angestrengt hat, hat in Niedersachsen bislang Hannover und Oldenburg ins Visier genommen. Termine zur Verhandlung der Klagen seien aber noch nicht absehbar, teilte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg mit.

Im vergangenen Jahr hatte es auch in Osnabrück eine Überschreitung der Grenzwerte gegeben. Dort hat sich die Situation inzwischen geringfügig verbessert, so dass die Grenzwerte zwar erreicht, aber nicht überschritten wurden. In Hildesheim hat sich die Luftqualität inzwischen so weit verbessert, dass es in den ersten fünf Monaten des Jahres keine Überschreitungen mehr gab.

Alle vier Städte und darüber hinaus weitere Kommunen mit recht dicker Luft bemühen sich schon seit längerem, die Schadstoffbelastung zu senken. Hannover möchte die Stadtbusflotte komplett auf Elektroantrieb umstellen, die ersten E-Busse sind schon unterwegs. Oldenburg setzt auf die Anschaffung moderner Erdgasbusse. Osnabrück und Hildesheim wollen den innerstädtischen Verkehr besser organisieren, damit sich künftig weniger Abgase in den Straßen aufstauen.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte zudem eine neue Analyse der Schadstoff-Messungen angeregt. Ausschlaggebend solle nicht die Höhe der Schadstoffkonzentration unmittelbar an der Straße, sondern im Wohnbereich der Menschen sein. In Oldenburg etwa werde der Grenzwert zwar neben der Fahrbahn überschritten, nicht aber auf Höhe der Wohnungen, die in der betroffenen Einkaufsstraße im ersten Obergeschoss liegen. Umweltschützer kritisierten den Vorstoß von Lies als Schönrechnerei.

(dpa)