Hannover

Flughafen Hannover überprüft nach Zwischenfall Sicherheitskonzept

Nach der Fahrt eines Eindringlings über das Rollfeld des Flughafens in Hannover steht die Sicherheit der Tore auf dem Prüfstand. Dass diese nicht gepanzert sind, hat einen Grund.


hannover flughafen.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Nach der spektakulären Fahrt eines unter Drogen stehenden Mannes übers Rollfeld überprüft der Flughafen Hannover sein Sicherheitskonzept. "Wir haben in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden bereits eine ganze Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen", sagte Flughafenchef Raoul Hille am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Überlegt werde jetzt vor allem, ob und wie die mechanische Absicherung des Airport-Geländes verbessert werden könne. "Das ist ein Thema, das ja nicht nur Hannover betrifft, sondern ganz grundsätzlich auch alle anderen großen Flughäfen", sagte Hille.

Am vergangenen Samstag hatte der 21-Jährige ein verschlossenes Tor aufgebrochen. Nach Angaben von Hille hatte der Mann das verschlossene Tor mit seinem Wagen aufgedrückt. Anschließend fuhr er auf das Flughafengelände, wo der unbewaffnete Mann schließlich unter einem stehenden Flugzeug stoppte und von der Polizei überwältigt wurde. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund ergaben sich nicht. Der Flugverkehr musste für viereinhalb Stunden unterbrochen werden. Der Flughafen Hannover zählt zu den zehn größten Airports in Deutschland.

Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover am Mittwoch mitteilte, habe die letzte Kontrolle des Sicherheitskonzepts des Flughafens routinemäßig vor zwei Jahren stattgefunden. Dabei habe es keine Beanstandungen gegeben - auch nicht an dem Tor, das der 21-jährige Autofahrer aufgeschoben hatte. Insgesamt gibt es zehn solcher Tore am Flughafen. Ergebnisse der Überprüfung des Sicherheitskonzepts werde der Flughafen voraussichtlich in der kommenden Woche vorlegen.

Bei der Überprüfung gilt das besondere Augenmerk den Toren um das Rollfeld. "Diese Tore sind auch Fluchtwege, deshalb sind sie nicht gepanzert. Es muss eine Abwägung zwischen innerer und äußerer Sicherheit getroffen werden", sagte der Ministeriumssprecher. Ähnliche Anlagen gäbe es auf nahezu allen deutschen Flughäfen. Im Notfall müssten Rettungskräfte schnell auf das Rollfeld gelangen können.

Nach dem Vorfall von Samstag seien die Tore vorerst mit Betonsperren gesichert worden, wie sie bei Weihnachtsmärkten üblich seien. Dies könne aber keine dauerhafte Einrichtung sein. Zudem habe bereits vorher die Bundespolizei die Anlagen per Video überwacht, die Beamten seien in weniger als einer Minute bei dem Eindringling eingetroffen.

Wie die Staatsanwaltschaft Hannover am Mittwoch mitteilte, hat sich der in Untersuchungshaft sitzende Autofahrer weiterhin nicht zum Motiv seiner Aktion geäußert.

(dpa)