Frauenpower

Fahrschullehrerin Sari zeigt den Männern wo's langgeht!

Der Beruf Fahrschullehrer ist immer noch eine Männerdomäne. Aber junge Frauen wie Sari aus Lüneburg steuern gegen!


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Zu schnell, am Stoppschild nicht richtig gestoppt, Blinker nicht gesetzt - Sari Viola Harms sieht mit dem Profi-Blick, was Fahranfänger falsch machen. Die 23-jährige ist an der XXL Fahrschule in Lüneburg die jüngste Fahrlehrerin unter den Kollegen - und damit eine der jüngsten Fahrlehrerinnen in ganz Niedersachsen. Als Frau in einer Männer-Domäne zu arbeiten, ist für Sari kein Problem. "Der Job macht mir extrem viel Spaß. Gerade weil man so viele unterschiedliche Menschen im Auto sitzen hat", sagt die junge Frau aus Schneverdingen. Blöde Anmachsprüche im Auto gab's bislang auch nicht.

Mit 21 Jahren hat sie ihre Ausbildung in Lüneburg gestartet - dafür hat sie ihren Job in einem Möbelhaus geschmissen. Und ihr Beruf macht ihr sichtlich Spaß. Inzwischen hat sie schon über 20 Fahrschüler durch die Fahrprüfung gebracht.

Fahrschulen brauchen Frauen

Frauen sind in Niedersachsens Fahrschulen deutlich unterrepräsentiert. Magere sieben Prozent aller Fahrlehrer sind weiblich. Da ist noch deutlich Luft nach oben, sagt auch Jörg-Michael Satz, der Präsident der Interessenvertretung MOVING Inter­national Road Safety Association. „Dabei bietet der Beruf gerade für Frauen attraktive Arbeitszeitmodelle, mit denen sich Beruf und Familie wunderbar vereinbaren lassen“, wirbt er für den Fahrlehrer-Job. Für junge Menschen könnten die Kosten könnten die Kosten abschreckend wirken. Für die Ausbildung müssen bis zu 13.000 Euro auf den Tisch gelegt werden. Die Fahrschulen in Niedersachsen könnten aber mehr Frauen-Power gut gebrauchen. 1100 Fahrschulen gibt es in Land. Deren Zahl ist genauso rückläufig, wie die der Fahrlehrer. Zudem liegt das Durchschnittsalter der Fahrlehrer bei 54 Jahren. Deswegen hofft man am beim Verband MOVING auf ein größeres Interesse von Frauen für diesen Beruf.