Gedenken in Eschede

Eschede gedenkt tödlicher Attacke von Neonazis vor 20 Jahren

Die Tat schockierte vor 20 Jahren weit über die Lüneburger Heide hinaus. Zwei jugendliche Neonazis prügelten einen Mann zu Tode, der ihre Ansichten kritisierte.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

In Eschede in der Lüneburger Heide wird am Samstag der tödlichen Attacke zweier jugendlicher Neonazis vor 20 Jahren auf einen Mann gedacht, der sich den Rechten entgegengestellt hatte. Die beiden überfielen Peter Deutschmann (44) am 10. August 1999 in seiner Wohnung und misshandelten ihn derart brutal, dass er tags darauf starb. Die Täter erhielten fünf Jahre Jugendhaft. Während einer von ihnen danach weiter in die Szene abrutschte, brach Johannes Kneifel im Gefängnis mit seiner rechten Gesinnung, wandte sich der Kirche zu und wurde später Pastor. Bei dem Gedenken in Eschede ist er dennoch nicht dabei.

"Wir wollen, dass Menschen hinschauen, wenn sich menschenverachtendes Reden und Handeln breitmacht, wir wollen, dass Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit als wirkliche Probleme erkannt und nicht kleingeredet werden", sagte Wilfried Manneke vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus. "Und da sind wir alle gefragt: klare Grenzen ziehen zu denen, die andere in Worten oder Taten diskriminieren, herabwürdigen und bedrohen." Noch immer würden Menschen von Neonazis verprügelt und getötet.

(dpa)