Ostfriesland

Emden wählt Oberbürgermeister - viele Bewerber im Rennen

Nicht nur für den SPD-Bundesvorsitz stehen Kandidaten Schlange. Auch für ein Spitzenamt im ostfriesischen Emden sind viele Bewerber angetreten. Am Sonntag könnte sich entscheiden, wer Oberbürgermeister der Hafenstadt im äußersten Nordwesten wird.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Im ostfriesischen Emden wird am Sonntag ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Amtsinhaber Bernd Bornemann (SPD) ist nach acht Jahren nicht mehr zur Wiederwahl angetreten und hört am 31. Oktober auf. Damit könnte in der traditionellen SPD-Hochburg eine Ära enden: Von 1956 bis heute saß immer ein Genosse im Chefsessel der Hafenstadt mit rund 50 000 Einwohnern. Doch diesmal hat es der SPD-Kandidat schwerer als sonst: Gegen Manfred Eertmoed (45) tritt der parteilose Tim Kruithoff (42) an, der von vier Ratsfraktionen unterstützt wird.

Sechs weitere Namen stehen auf dem Wahlzettel für die OB-Wahl, darunter zwei Frauen. Eine hat allein durch ihren Beruf für Schlagzeilen in den Medien gesorgt: Tanja Meyer (46) arbeitet als Thekenkraft in einem Emder Bordell. Die gelernte Justiz- und Verwaltungsangestellte traut sich den Spitzenjob zu. "Niemand wird als Politiker oder Oberbürgermeister geboren, aber alles lässt sich lernen", sagt sie und hofft auf viele Stimmen von Frauen und älteren Menschen.

Bewerber traten bisher politisch kaum in Erscheinung

Meyer und auch die anderen parteilosen Bewerber sind politisch bisher kaum in Erscheinung getreten. Darunter sind die 57 Jahre alte Verkäuferin Karin Theeßen-Leckebusch, der Heizungsbauer und Ex-Boxer Reza Darbani, der Gastronom Sari Sansar und der IT-Systemkaufmann
Ingo Weber. Ein bekanntes Gesicht in der Stadt ist dagegen Abdou Ouedraogo (61), der in Ghana aufgewachsen ist. Er lebt seit 1985 in Emden und engagiert sich schon länger in der Integrationsarbeit.

Mehr als 40 500 Menschen sind zur Abstimmung aufgerufen. Falls kein Bewerber die absolute Mehrheit erhält, kommt es am 22. September zur Stichwahl der beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

(dpa)