Plattdeutsch lernen

Ein Jahr Länderzentrum für Niederdeutsch - Platt lernen im Internet

Was macht Norddeutschland aus? Küste, Meer - und Plattdeutsch. Damit die traditionelle Sprache erhalten bleibt, setzen Vermittler auf modernste Technik.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Plattdeutsch lässt sich nun auch in Kleingruppen im Internet lernen. Die Serie von Webinaren ist eines der ersten Angebote des vor gut einem Jahr eingerichteten Länderzentrums für Niederdeutsch (LNZ) in Bremen. "Wir widmen uns dem E-Learning", sagte Geschäftsführerin Christianne Nölting der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe darum: "Wie erreiche ich den Plattschnacker oder den, der es werden will, zuhause?"

Das Zentrum wird von den norddeutschen Ländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein betrieben. Es soll die plattdeutsche Sprache fördern und Initiativen für niederdeutsche Kultur vernetzen. Mit Mecklenburg-Vorpommern wird bei einzelnen Projekten kooperiert.

Die Sprachkurse hätten je fünf bis zehn Teilnehmer - "ganz normale Leute, die einfach ihr Platt aktivieren möchten", sagte Nölting. Andere seien Studenten, Lehrer oder Dozenten an Volkshochschulen. Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien förderte die Einrichtung der Webinare, von denen bereits acht parallel laufen.

Lehrbuch für ältere Schulklassen geplant

Nölting nennt Plattdeutsch eine "Nahsprache", die leicht zu lernen sei. "Man versteht die norddeutsche Kultur besser, wenn man dem Plattdeutschen begegnet ist." Sie selbst stammte von der Insel Fehmarn und ist mit Platt aufgewachsen. "Das ist meine Kindheitssprache." Für den NDR hat sie viele Jahre Sendungen auf Plattdeutsch und Friesisch betreut, außerdem die Lernplattform Plattolio aufgebaut.

Als nächstes Projekt will das Zentrum ein Plattdeutsch-Lehrwerk für Schüler ab der fünften Klasse erstellen. Es gebe zwar Lehrbücher für Grundschüler, doch für die älteren Klassen fehle es an Material, sagte Nölting. Auch mit Plakaten wirbt das Zentrum für niederdeutsche Kultur. Es erinnert beispielsweise an den 200. Geburtstag des Schriftstellers Klaus Groth (1819-99) und sein Gedicht "Matten Has'".

Natürlich werde Plattdeutsch nie wieder so verbreitet sein wie noch vor 100 Jahren, sagte Nölting. Doch die Sprache liefere Anlässe zu Begegnungen und zu Gesprächen. "Das ist ein Stück Kulturgut, dass es zu pflegen gilt."

(dpa)