E-Scooter in Niedersachsen

E-Scooter-Verleih in einigen niedersächsischen Städten in Planung

Nicht einmal seit drei Monaten rollen Menschen auf Elektro-Tretrollern etwa durch Bremen und Hannover. Die Polizei hat bisher generell nur wenige Unfälle verzeichnet. In anderen Städten stehen die E-Scooter-Verleiher nun schon in den Startlöchern.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Seit zweieinhalb Monaten sind E-Scooter auf deutschen Straßen offiziell erlaubt, wenn sie haftpflichtversichert sind. In Hannover gibt es mittlerweile zwei Anbieter, die die elektronischen Flitzer verleihen. In anderen Städten könnten welche hinzukommen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Gleichzeitig kam es in und um Hannover schon zu zwei schweren Unfällen mit Elektro-Tretrollern: Eine 26 Jahre alte Frau verlor mit dem E-Scooter in Hannover in einer Kurve die Kontrolle über ihren Roller und prallte gegen eine Mauer. Die Frau fuhr zum Zeitpunkt des Unfalls Mitte August mit einer 25 Jahre alten Begleiterin auf dem E-Scooter. Die Jüngere verletzte sich nicht. Die 26-Jährige kam mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Ende August stieß zudem eine 52-Jährige auf einem E-Scooter mit einem Auto zusammen. Bei dem Unfall in Lehrte in der Region Hannover verletzte sich die Frau schwer. Die Frau war mit dem besonders leistungsstarken E-Scooter auf dem Fahrradweg in entgegengesetzter Richtung unterwegs gewesen.

Für die E-Scooter gibt es bestimmte Regeln

Generell sieht die Polizei in der niedersächsischen Landeshauptstadt bisher keine größeren Probleme mit den neuen Fortbewegungsmitteln, für die es Regeln gibt. Unter anderem dürfen die Tretroller nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren. Das Mindestalter für E-Scooter-Fahrer liegt bei 14 Jahren, eine Helmpflicht gibt es nicht. Rollerfahrer müssen den Radweg nutzen.

Das Umweltbundesamt kritisiert währenddessen, dass E-Scooter besonders in den Innenstädten nicht zu "nachhaltiger Mobilität" beitrügen. Die Präsidentin der Behörde, Maria Krautzberger, fordert deshalb: "Deutlich mehr wäre geholfen, wenn die Anbieter die E-Scooter in den Außenbezirken aufstellen. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zu Bus oder Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu überbrücken." Vielerorts laufen nun zum Teil intensive Gespräche mit potenziellen Verleih-Unternehmen.

Hannover

Auf Hannovers Straßen ließen sich Begegnungen mit den E-Tretrollern während des Sommers kaum vermeiden. Entweder stehen sie am Straßenrand oder jemand düst gerade auf einem E-Scooter vorbei. Nicht alles läuft glatt, betonen die Sprecher der Polizei und der Stadt. Einigen Nutzern seien die Regeln zur Benutzung der Tretroller nicht bekannt. Zu zweit auf einem Scooter oder in der Fußgängerzone fahren - beides ist verboten. Dennoch haben Stadt und Polizei Verstöße gegen diese Regeln festgestellt. Die Stadt nimmt die Betreiber in die Pflicht. Es müsse eine verbesserte Information der Nutzer angestrebt werden, hieß es. Insgesamt bliebe das alles aber im Rahmen. Wenn sich alle an die Regeln halten, seien die neuen Roller unproblematisch, teilt die Polizei Hannover mit.

Braunschweig

In Braunschweig hat bisher noch kein Verleih-Anbieter angefangen, die E-Scooter in der Stadt zu verteilen. Die Polizei in Braunschweig berichtet von wenigen privaten Rollern, die zum Teil ohne korrekte Zulassung unterwegs sind. Die Zahlen fallen demnach aber relativ gering aus. Mehrere Anbieter für Verleih-Roller stehen nun mit der Stadt in Verhandlungen. Wichtig sei der Verwaltung, feste Regeln zum Abstellen der Scooter und generelle Qualitätsmerkmale für einen reibungslosen und geordneten Betrieb mit potenziellen Betreibern zu vereinbaren, teilte ein Sprecher Braunschweigs mit.

Oldenburg und Osnabrück

Beide Städte sind mit möglichen Anbietern im Gespräch. Die Sprecher der Städte betonten, dass bestehende Mobilitätskonzepte mit den neuen E-Scootern verknüpft werden sollten. Der öffentliche Nahverkehr oder auch andere Sharing-Angebote sollen nicht einfach nebenher laufen. Vielmehr sollen die E-Scooter sinnvolle Ergänzungen darstellen, hieß es. Für einen idealen Start nehme man sich ausreichend Zeit, sagte ein Sprecher der Stadtwerke Osnabrück. Allzu lange werden die Osnabrücker aber wohl nicht mehr warten müssen. In Oldenburg könnte es nach Angaben der möglichen Betreiber noch Ende des Jahres oder Beginn 2020 so weit sein.

Lüneburg

"In Lüneburg hat sich das Stadtbild in den letzten Monaten nicht geändert", sagte Kai Richter, der Sprecher der Polizei Lüneburg. Die Roller seien gar kein Thema und bereiten somit auch keine Probleme. Einen Anbieter für Leih-Scooter gibt es in Lüneburg nicht und das wird sich in naher Zukunft voraussichtlich auch nicht ändern. Der Stadt liegen bisher keine Anfragen von Verleihern vor.

Göttingen

Auch auf den Göttinger Straßen gibt es derzeit sehr selten E-Scooter zu sehen. In Göttingen hat es allerdings Gespräche mit einigen Verleih-Unternehmen gegeben. Diese hätten signalisiert, dass ihr Fokus zunächst auf den Großstädten liegt, teilte eine Stadtsprecherin mit. Möglicherweise gebe es gegen Ende des Jahres weitere Aktivitäten in diese Richtung.

(dpa)