Rekord-Sommer 2018

Dürre belastet Wintergemüse - aber viele Betriebe konnten beregnen

Ob rot, weiß oder grün: Landwirte und Gemüseverarbeiter bangen wegen der Dürre um die Kohlernte. Am Ende könnten die Verbraucher vor leeren Supermarktregalen stehen, fürchtet die Branche.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Die lange Dürrezeit in diesem Sommer in Niedersachsen könnte zu höheren Grünkohl-Preisen führen. "Der Aufwand und die Betriebskosten für die Landwirte waren sehr hoch in diesem Jahr", sagte der Gemüsebau-Experte Erich Klug der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Ob der heiße und trockene Sommer auch Auswirkungen auf die Ertragsmenge und die Qualität des in Niedersachsen angebauten Grünkohl haben wird, lasse sich nicht pauschal beantworten. Das hänge vom Standort ab und davon, ob die Anbauflächen beregnet werden können oder nicht. "In der Regel hat man im Gemüsebau Beregnungsmöglichkeiten", sagte Klug. Aber die Beregnung sei für die Landwirte mit deutlich höheren Kosten verbunden gewesen als in Durchschnittsjahren.

"Man kann schon sagen, dass Sommerkohl, den wir im August geerntet haben, mit mehr gelben Blättern behaftet war und auch längst nicht so groß war, wie er eigentlich sein sollte", sagte Ludger Niemann, Betriebsleiter bei dem Tiefkühlgemüseproduzenten Elo-Frost aus Vechta-Langförden. "Aber inzwischen haben wir Top-Qualität auf den Feldern stehen, in ausreichender Menge."

Auf ganz Deutschland bezogen rechnet auch wegen des Dürre-Sommers der Deutsche Bauernverband bei Kohlgemüse mit Ertragseinbußen bis zu 50 Prozent bezogen auf den langjährigen Durchschnitt. "Beim Kohl fahren wir eine unterdurchschnittliche Ernte ein", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied am Donnerstag. Auch der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) rechnet mit Ernteeinbußen. "In einigen Regionen belaufen sich die Verluste bei Weißkohl auf bis zu 40 Prozent und bei Rotkohl auf bis zu 50 Prozent", sagte BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag. Beim Grünkohl entfalle im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt absehbar die Hälfte der Ernte.

(dpa)