Verrückte Polizeiarbeit

Der Göttinger Frauenkopf

Skurille Fälle gibt es bei der Polizei immer wieder, auch in Göttingen. Antenne Niedersachsen Spaßreporter Daniel Düsenflüß hat sich in die mysteriösesten, bisher zum Teil unaufgeklärten Fälle der Göttinger Polizei gestürzt. Findet er heraus, zu wem der künstliche Frauenkopf gehört, der auf einer Wiese gefunden wurde?


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Es gibt vermutlich keine Polizeistation in Niedersachsen, in der häufiger skurrile Fälle auftauchen als in Göttingen. "Wir denken uns nach jedem komischen Fall: 'Das war's jetzt mit seltsamen Fällen', aber zwei Tage oder zwei Monate später geht es wieder los", grinst Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. "Insgeheim hoffen wir ja auch auf weitere kuriose Fälle. Das ist eine tolle Abwechselung zur täglichen Arbeit."

Und mir scheint: Der Polizei-Gott erhörte die Gebete der Göttinger Polizei. Denn drei der gewünschten kuriosen Fälle gab es 2019 bereits:

Fall 1: 23 Plastik-Flamingos

23 Plastik-Flamingos wurden in einem Vorgarten abgestellt. Ein älteres Ehepaar bemerkte die Tiere und rief die Polizei. Erklärung: Die Tiere wurden als Auftakt einer Fundraising-Aktion im Vorgarten des Kirchenvorstehers der Corvinus-Gemeinde drapiert. Seine irritierten Nachbarn entdecken die Tiere allerdings vor ihm.

Fall 2: Die goldene Jesus-Statue

Auf einer Parkbank erschien plötzlich eine goldene Jesus-Statue. Die Statue wurde im Zuge einer Entrümpelung in einen Container gesteckt. Chaoten zogen die Statue dort wieder heraus und setzten sie einfach auf eine Parkbank in der Nähe. Ganz klar: Ein Fall für die Göttinger Polizei.

Fall 3: Der gruselige Frauenkopf

Der gruselige Frauenkopf, der vor knapp vier Wochen auf einer Wiese gefunden wurde. Aber keine Sorge. Es handelte sich dabei um einen künstlichen Frauenkopf. Allerdings ist der Fall bis heute ungeklärt und ein echter "Cold Case", wie ich bei Beginn meiner Ermittlungen in der Polizeidienststelle Göttingen feststelle.

Der künstliche Kopf liegt in einem Regal und löst bereits beim puren Anblick leichte Würgereflexe aus. Alle Hinweise auf die Herkunft liefen bislang ins Leere. "Er gehört keinem Theater und auch keinem Einzelhändler, der dieses Stück als vermisst gemeldet hat", erklärt mir Jasmin Kaatz. Da kommt mir ein Geistesblitz: Göttingen ist eine Studentenstadt und möglicherweise ist der Kopf Teil einer Voodoopuppe, mit der sich Studenten an einer Dozentin rächen wollten. Der Grund: schlechte Noten! Doch ich höre nur den Satz der Polizei Göttingen: "Dazu gibt es keine Hinweise!"

Auch wenn alle Ermittlungen bislang ins Leere liefen, liegt der Polizei Göttingen viel daran, den Fall "künstlicher Frauenkopf" aufzuklären. Aus einem ganz einfachen Grund: "Das Teil ist dermaßen hässlich. Wenn man montagmorgens ins Büro kommt, gibt einem der Anblick echt den Rest", so Jasmin Kaatz.