Hirschisch Crashkurs

Daniel, der röhrende Reporter...

Im Herbst beginnt die Hirschbrunft. Das ist Grund genug für Antenne Niedersachsen-Spaßreporter Daniel Düsenflüß, sich in den Harz zu begeben, um sich ein paar Tipps zu holen, wie Man(n) richtig röhrt.


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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Herbstzeit ist Hirschbrunft. Das bedeutet, dass es für Hirsche soweit ist, sich zu paaren. Durch das Röhren wollen Hirsche ihre Kraft unter Beweis stellen und Hirschkühe anlocken. Die männlichen Tiere sehen sich untereinander als Konkurrenten an und kämpfen um das Amt des Platzhirsches, also wer der Stärkere ist. Letztendlich ist der stärkere Hirsch derjenige, der sich mit den Hirschkühen fortpflanzt.

Wenn ihr dem Schauspiel lauschen oder es beobachten möchtet, dann geht das - mit etwas Glück - in der Dämmerung am besten. Holt euch dafür Tipps von einem Experten. Ihr könnt das Hirschröhren auch ganz einfach Zuhause ausprobieren. Wie, erklärt euch Daniel Düsenflüß, der in den Harz gefahren ist und einen Experten gefragt hat:

So funktioniert das Nachahmen der Hirschrufe

Zusammen mit Hans-Günther, dem ehemaligen Deutschen Meister im Hirschröhren, stehe ich am Waldrand bei St. Andreasberg und rufe in den Wald hinein – in der Hoffnung eine Hirschkuh anzuflirten. Vor allem in der Dämmerung ist es wieder laut in den Wäldern. Die Hirschbrunft hat begonnen.

Hirschisch lernen ist doch einfacher, als ich dachte!

"Moin Mädels, ich bin Single" heißt: "WUUUOOOOUUU HU HU" (Stimme muss dabei leicht sehnsuchtsvoll klingen)

Und "Schatz heute nicht, ich hab Kopfschmerzen" klingt so: "WOOUUUOOUUU" (Stimme hintenraus leicht absterben lassen)

Das Praktische: Die Utensilien, um wie ein Hirsch zu klingen, haben wir lustigerweise in jeder Küche. "Wir können eine leere Papprolle nehmen, ein Weizenbierglas oder eine Plastikröhre", erklärt mir Hans-Günther. "Der Hirsch hat einen sehr langen Hals, deshalb brauchen wir zur Nachahmung der Hirschrufe auch eine Hals-Verlängerung."

Mit einem lauten ÖÖÖÖÖÖH pruste ich in meine Papprolle.

"Lauter!", weist mich mein Lehrer an. "Man muss sich überwinden, laut sein zu wollen." Mit knallrotem Kopf starte ich den nächsten Versuch. Ein lautes, aber spät absterbendes WOOUUUOOUUU (Schatz heute nicht, ich hab Kopfweh) schicke ich in Richtung Harzer Wald. Alles bleibt ruhig. Keine Hirschkuh kommt.

"Man muss hören, dass dir die Puste ausgeht. Damit zeigt der Hirsch richtig, dass er komplett durch ist", so Hans Günther, "quasi wie nach einer durchzechten Disco-Nacht."

… Hirsche sind eben auch nur Menschen.