Bremen

Bremen will Medizinerausbildung stärken - neuer Studiengang?

Viele junge Frauen und Männer wollen Medizin studieren, bekommen aber keinen Platz. Gleichzeitig fehlen Ärztinnen und Ärzte. In Bremen erwägen Politiker und Fachleute, eine Medizinausbildung aufzubauen.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Bremen könnte in den kommenden Jahren einen Medizinstudiengang bekommen. Hintergrund der Überlegungen sind der Ärztemangel und die bundesweit zu geringe Zahl an Studienplätzen für angehende Mediziner. Nach Angaben aus dem Bremer Gesundheits- und Wissenschaftsressort wollen Politiker und Fachleute an diesem Mittwoch in der Bürgerschaft diskutieren, wie der Studiengang konkret aussehen könnte. Im Nachbarland Niedersachsen hatte jüngst Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker zusätzliche Medizinstudienplätze gefordert. Kritiker eines neuen Studiengangs in Bremen verweisen auf die hohen Kosten, die entstehen würden.

Nach einer Beschlussvorlage aus dem Wissenschaftsressort gibt es zwei Möglichkeiten für eine Medizinausbildung in Bremen. Zum einen könnte ein vollständiger Studiengang inklusive vorklinischem und klinischen Teil sowie dem Praktischen Jahr aufgebaut werden. Der kostengünstigere Vorschlag sieht vor, dass die Studierenden den theoretischen Teil in den ersten vier Semestern woanders absolvieren. Dafür wäre eine Kooperation mit einer anderen Universität nötig. Auch ein internationaler Partner sei denkbar, heißt es in der Vorlage.

Kooperationsmodelle sind auch für Niedersachsen geplant. So sollen am Campus des Klinikums Braunschweig vom Wintersemester 2020/21 an mindestens 60 Studierende pro Jahr den klinischen Teil ihres Studiums absolvieren. Die ersten zwei Jahre lernen sie an der Universität Göttingen. Wenker hält weitere Kooperationen für möglich. "Ein ähnlicher Campus könnte auch am Klinikum Osnabrück und am Klinikum Region Hannover entstehen, etwa in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover", sagte die Ärztekammerpräsidentin Anfang Januar. In Niedersachsen studierten 2017/2018 laut Wissenschaftsministerium 4.623 Frauen und Männer Medizin. Die Zahl der Studienanfängerplätze der European Medical School in Oldenburg wird zum Wintersemester 2019/2020 von 40 auf 80 verdoppelt.

Nach dem Vorschlag des Bremer Ressorts sollen die Universität der Hansestadt sowie die Kliniken in Bremen und Bremerhaven nun ein Konzept entwickeln. Zudem brauche es Pläne für die mögliche Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern. Die Bürgerschaft sollte spätestens im März über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis zum August sollten die Entwicklungskonzepte vorliegen. Die Entscheidung über den Aufbau einer Medizinausbildung soll dem Fahrplan nach Anfang 2020 fallen. Falls der Senat zustimmt, könnte der Studiengang mit dem Wintersemester 2022/23 starten.

(dpa)