Daddelmania

Braunschweig huldigt dem Commodore Kult-Computer

C64 oder Amiga 500. Bei diesen Namen bekommen viele Computerfreunde jenseits der 30 leuchtende Augen. In Braunschweig holt eine Computer Ausstellung jetzt Kindheitserinnerungen zurück.


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Er hat die Commodore Ausstellung mitkonzipiert - Frank Huliczka (Foto: Antenne Niedersachsen)

Ranzen in die Ecke. Rechner an! Hausaufgaben? Später! Für mich und viele andere Kids in den achtziger, neunziger Jahren war dieser Tagesablauf die logische Konsequenz einer nahezu magischen Anziehungskraft. Sie heißt C64 und Amiga 500. Vor allem der klobige C64 "Brotkasten" hat den Weg des Computers aus den Büros in Millionen Kinderzimmer bereitet. Und dieser Weg beginnt in Braunschweig! Hier wurden von 1980 bis 1993 für den europäischen Markt Commodore Computer zusammengeschraubt. An selber Stelle erinnert jetzt eine Commodore Ausstellung an die alte Zeit.

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Wer die Carl-Giesecke-Straße Straße im Gewerbegebiet entlang fährt, kann die Ausstellung eigentlich nicht verfehlen. Übergroß hängt der blaue Commodore Schriftzug an der Außenwand der Halle - geradeso als wäre die Kult-Produktionsstätte nie weg gewesen. Nach der Pleite von Commodore hat 1996 der Verpackungsdienstleister Streiff & Helmold das Gelände der Europa-Zentrale des Computer-Bauers übernommen. Hier wird an die gute alte Zeit im "Oker Valley" erinnert - so wurde Braunschweig damals in Anspielung auf das kalifornische Silicon Valley genannt.


Hier könnt ihr euch für einen Besuch der Ausstellung anmelden

  • Streiff & Helmold | Carl-Giesecke-Straße 2 | 38112 Braunschweig
    Telefon: (0531) 80 10 0

Pixelmännchen statt Motion Capturing

250 Exponate sind hinter Glasvitrinen in der Werkshalle ausgestellt und sie wecken Erinnerungen - gerade bei den Daddel-Veteranen. Alte eckige PC Urgesteine aus den 70er Jahren werden nach zwei Metern von runden Modellen im Colani-Design abgelöst, bis der erste Heim PC ins Blickfeld kommt. Angerichtet wird der C64 mit einer Datasette, Floppylaufwerk und Joystick. Passenderweise läuft das Sportspiel "Summer Games" über den Monitor - Pixelmännchensport. Die damals revolutionäre Grafik wirkt im Vergleich zu heutigen Grafikstandards wie Höhlenmalerei - an Motion Capturing und Millionenbudgets für Videospiele war noch nicht im Ansatz zu denken. Der "Joystickzerstörer" hat damals unzählige Handgelenke malträtiert. Wieviele Joysticks letztendlich durch die Spieler kaputtgerödelt wurden, kann noch nicht einmal geschätzt werden.

In einer kleinen Kammer neben den Ausstellungsräumen sieht es aus wie in den 80-er Jahren. Auf klobigen Monitoren läuft die alte Software. Diskettenlaufwerke rattern und blinkende Cursor verlangen vor blauem Hintergrund eine Eingabe. Die Hardware wird nicht nur ausgestellt, sondern funktionsfähig gehalten.

Der 80er Straßencheck

Diskettenlaufwerk? Häh? Wassn das?