Emden

Bootsunfall mit zwei Toten - Angeklagter: nicht zu schnell gefahren

Kein Licht, zu viel Alkohol getrunken? Die Ermittler rätseln zunächst, warum zwei Sportboote bei Nacht auf einem niedersächsischen Gewässer zusammenstießen und zwei Menschen sterben mussten. Heute begann der Prozess vor dem Schifffahrtsgericht in Emden.


123811612_ergebnis.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Nach mehr als drei Jahren hat ein Schifffahrtsgericht in Emden erstmals über einen Sportbootunfall mit zwei Toten und mehreren Verletzten verhandelt. Der Unfall hatte im August 2016 für Bestürzung gesorgt. Zwei Boote mit jeweils vier jungen Insassen waren auf einer nächtlichen Ausfahrt vom Hafenfest in Barßel aufeinander gefahren. Einer der Bootsführer und eine junge Frau starben bei der frontalen Kollision der PS-starken Sportboote. Andere Mitfahrer wurden verletzt.

Der angeklagte überlebende Bootsführer (28) ließ am Montag - dem einzigen Prozesstag - seinen Anwalt eine Erklärung zum Unfallhergang verlesen. Er muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Mann gestand ein, dass er alkoholisiert gewesen sei. Bei ihm waren 1,89 Promille Alkohol im Blut gemessen worden. Er sei aber nicht zu schnell gefahren, sagte er. Das andere Boot sei ihm unbeleuchtet mit hoher Geschwindigkeit entgegengekommen.

Weil die genaue Unfallstelle nicht bekannt war, ließ sich lange nicht klären, welches Gericht zuständig ist. Erst der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verwies den Fall an das Schifffahrtsgericht beim Amtsgericht Emden.

(dpa)