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9. September 2017
Vorsicht am 19. April 2017

Blitz-Marathon: Halb Deutschland jagt die Temposünder - Niedersachsen nicht

Am 19. April 2017 ist der nächste Blitz-Marathon angesagt. Etwa die Hälfte aller deutschen Bundesländer haben ihre Teilnahme am europaweiten Blitz-Marathon abgesagt - auch Niedersachsen. Vorsicht ist aber trotzdem geboten: Sowohl in einigen angrenzenden Bundesländern, die teilnehmen, als auch bei uns. Denn in Niedersachsen wird trotzdem verstärkt kontrolliert.


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 (Foto: picture alliance / dpa)

Die ganze Woche vom 17.-23. April 2017 steht im Fokus der Verkehrssicherheit, das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk "TISPOL" (Traffic Information System Police) hatte dazu aufgerufen. In (halb) Deutschland wird es dazu am 19. April einen Blitz-Marathon geben. Jedoch steigen viele Bundesländer aus.

Oft werden als Grund Personalengpässe bei der Polizei durch Flüchtlingskrise und Terrorgefahr genannt. Svenja Mischel, Sprecherin des Niedersächsischen Innenministeriums nannte gegenüber der Osnabrücker Zeitung noch weitere Gründe: "Zum einen liegt der Termin für den Blitz-Marathon 2017 in den Osterferien und zum anderen spielt auch die Meinung des Innenministers eine Rolle." Und der sei nicht überzeugt von konzentrierten Verkehrskontrollen.

In diesen Bundesländern wird am 19. April geblitzt:

  • Bremen
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Thüringen
  • Sachsen
  • Saarland
  • Bayern

Geblitzt wird in den meisten Fällen zwischen 6 und 22 Uhr, teilweise aber auch von 6 bis 6 Uhr. Der Schwerpunkt soll auf Landstraßen liegen. Europaweit nehmen insgesamt 23 Länder (von 31 TISPOL-Mitgliedern) teil, daher sollten auch Rückkehrer aus den Osterferien einen Extra-Bick auf den Tacho werfen. Mit dabei sind zum Beispiel Belgien, Großbritannien, Kroatien, Österreich, Tschechien, Ungarn, Zypern und mehr.

Raser müssen sich aber auch in Niedersachsen in Acht nehmen

Der Blitz-Marathon im Bundesgebiet ist Teil des europaweiten Speed-Marathons des Verkehrspolizei-Netzwerks TISPOL. Der Speed-Marathon erstreckt sich über die gesamte Woche vom 17. bis zum 23. April. Auch wenn es keine konzentrierte Aktion an einem Tag gibt, haben einige Landesverkehrsbehörden zumindest verstärkte Geschwindigkeitskontrollen im Zuge der Speed-Marathon-Woche angekündigt. Dies betrifft neben Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auch Niedersachsen.

Zweifel am nachhaltigen Effekt des Blitz-Marathons

Der Blitz-Marathon soll Raser abschrecken und so das Unfallrisiko verringern. Die Effizienz der Aktion wird jedoch immer öfter bezweifelt. Dies zeigt auch die sinkende Beteiligung der Bundesländer: Mittlerweile nehmen nur noch insgesamt sieben Bundesländer am Blitz-Marathon teil. Seit Jahren weist das Portal Geblitzt.de auf die fehlende Nachhaltigkeit des umstrittenen Marathons hin. Diese belegt es mit konstant hohen Anmeldezahlen bei der kostenlosen Prüfung von Bußgeldverfahren - unabhängig von zusätzlichen Kontrollen.

Ein weiteres Problem sieht Jan Ginhold, Geschäftsführer von Geblitzt.de, in der Fehlerquote bei Bußgeldverfahren. "Durch die ohnehin schon hohe Belastung der Behörden, nehmen Fehler während des Blitz-Marathon, wahrscheinlich noch zu." Er empfiehlt Betroffenen daher, Bußgeldverfahren immer prüfen zu lassen.