Hannover

Bahlsen: Möchten Lehren ziehen aus Zwangsarbeiter-Debatte

Das Hannoversche Keks-Imperium Bahlsen feiert in diesen Tagen sein 130. Firmenjubiläum. Die Produkte der Firma kennt fast jeder Verbraucher. Doch eine Debatte um ein dunkles Stück Unternehmensgeschichte kratzt am Image.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Die Eigentümer-Familie der Bahlsen-Keksdynastie will Konsequenzen aus der Debatte um Zwangsarbeiter bei dem Unternehmen im Zweiten Weltkrieg ziehen. "Die Geschichte der Zwangsarbeiter bei Bahlsen nicht aufzuarbeiten, war ein Fehler - wir haben daraus gelernt", erklärte Werner M. Balsen der Deutschen Presse-Agentur. Kurz vor dem 130-jährigen Bestehen des Unternehmens aus Hannover (1. Juli) betonte er: "Wir möchten nicht nur wissen, was damals passiert ist, sondern auch darüber sprechen, welche Lehren wir daraus ziehen."

Es gehe bei der eingeleiteten Aufklärung auch um die Frage nach den Werten eines verantwortlichen Unternehmertums sowie die Aufstellung der Gruppe für die Zukunft. "All das sind Fragen, mit denen sich besonders auch Verena intensiv auseinandersetzt", betonte Bahlsen mit Blick auf seine Tochter. Ihre Äußerungen hatten heftige Diskussionen über die Behandlung von Bahlsen-Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Die externe und unabhängige Aufarbeitung der Unternehmenshistorie laufe an - alles werde dabei auf den Tisch kommen. Feiern zum 130-jährigen Firmenjubiläum wird es nicht geben.

Verena Bahlsen hatte der "Bild" auf eine Frage nach den damaligen Zwangsarbeitern bei Bahlsen gesagt: "Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt." Die Bemerkung hatte nicht nur in sozialen Medien empörte Reaktionen hervorgerufen. Kurz danach hat Bahlsen sich für ihre Äußerungen entschuldigt und von einem Fehler gesprochen.

(dpa)