Ladestationen für E-Autos

Ausbau des E-Ladesäulennetzes kommt in Niedersachsen langsam voran

Tankstellen gibt es fast in jedem Dorf, aber Ladestationen für Elektroautos? In Niedersachsen steigt die Zahl zwar langsam an. Doch ob wirklich noch mehr öffentliche E-Ladesäulen benötigt werden, bezweifeln Städte wie Bremen und Braunschweig eher.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der Ausbau des E-Ladesäulennetzes in Niedersachsen kommt langsam voran. Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektroautos erhöhte sich seit Jahresbeginn: Nach Angaben der Bundesnetzagentur wuchs die Zahl der Ladesäulen von 615 Anfang Dezember auf 742 Anfang April. Bei den großen Städten in Niedersachsen herrscht aber Uneinigkeit darüber, ob deutlich mehr Ladestationen auf öffentlichen Flächen installiert werden sollen als bisher - zumal mehrere Städte berichten, dass ihre vorhandenen Stationen bisher nicht ausgelastet sind.

Die Stadt Braunschweig etwa verweist darauf, dass nur zwischen 5 und 15 Prozent des Energiebedarfs von E-Autos an öffentlichen Ladesäulen gedeckt werden. Der Einbau von Ladestationen zu Hause - etwa in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern - müsse erleichtert werden, so die Stadt. Braunschweig fordert daher den Bund auf, dafür bessere Bedingungen zu schaffen. Auch Bremen verwies darauf, dass E-Autos zu 85 Prozent in Garagen, Carports oder auf Betriebsgeländen aufgeladen würden.

Andere Kommunen beklagten die Förderbedingungen, die der Bund vorgibt. "Aktuell stehen der Aufwand und die Höhe der Fördersummen in keinem Verhältnis", hieß es aus Lüneburg. Insgesamt hat das Bundesverkehrsministerium für den Ausbau der Ladenetze 300 Millionen Euro für 15 000 neue Ladesäulen bis 2020 zur Verfügung gestellt.

HANNOVER: Der örtliche Energieversorger enercity betreibt nach eigenen Angaben 25 Ladestationen mit 62 Ladepunkten - Ladepunkte werden die einzelnen Steckdosen an den Säulen genannt. Eine Station verfüge meist über zwei oder mehr Ladepunkte, die gleichzeitig genutzt werden könnten, sagte ein Sprecher von enercity. Bis 2020 soll die Zahl der Ladepunkte in Hannover auf 480 steigen, teilte die Stadt mit.

OSNABRÜCK: Die Osnabrücker Stadtwerke haben eigenen Angaben zufolge 80 öffentliche Ladepunkte installiert. Wie viele im laufenden Jahr dazu kommen, sei noch unklar. Man wolle "maßvoll zubauen", sagte ein Sprecher. Aus Sicht der Stadtwerke reicht das Angebot an Ladestellen aktuell für die Zahl der in Osnabrück fahrenden E-Autos.

WOLFSBURG: Der Volkswagen-Standort Wolfsburg verfügt von den befragten Städten über die meisten Ladepunkte. Rund 330 seien es aktuell, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Im Sommer soll ein Schnelllade-Park errichtet werden, erstmals sollen auch flexible Ladesäulen im Stadtgebiet getestet werden.

BRAUNSCHWEIG: Aktuell stehen nach Angaben der Stadt 17 Schnellladesäulen mit 36 Ladepunkten zur Verfügung, die von der Stadt Kommune aufgestellt wurden. Die Stationen seien aktuell noch nicht ausgelastet. Weitere Ladestationen seien daher nicht in Planung, erklärte die Stadt.

LÜNEBURG: In der Hansestadt betreibt der Energieversorger Avacon Natur nach Angaben der Stadt 14 Ladepunkte. Wie viele Stationen andere Anbieter stellen, kann die Stadt nicht sagen. Sie forderte vom Bund, die Antragsbearbeitung zu vereinfachen und Formalien abzubauen.

BREMEN: Im Land Bremen seien 233 öffentliche Ladepunkte vorhanden, erklärte ein Sprecher des Verkehrssenators unter Berufung auf die Plattform chargemap. Davon seien 56 in Bremerhaven und 177 in Bremen. Die Stationen seien aber nicht ausgelastet. Wolle man Subventionen für E-Mobilität beenden, müsse man sich trauen, die steuerliche Bevorzugung des Diesel zu beenden, erklärte der Sprecher.

(dpa)